Die 1930er-Jahre waren ein erstaunliches Jahrzehnt für Simenon. Er konnte die »Produktion« an Texten herunterfahren, war aber immer noch erstaunlich produktiv. Gemessen an dem Rest der Schriftsteller:innen-Welt war er das die Jahrzehnte danach immer noch. Die Qualität nahm zu, aber nur knapp die Hälfte der Geschichten finden sich im oberen Bereich der Qualitätsskala. Als Schriftsteller ist er in diese Dekade noch in seiner Findungsphase.
Gesellschaftskritische Anspielungen sind in Simenons Werk an zahllosen Stellen zu finden – im Kleinen wie im Großen. Schaut man sich die Maigrets an, wird dort oft thematisiert, wie gut es die Bedeutenden und Reichen verstehen, Einfluss zu ihren Gunsten zu nehmen. Oder wie der Kommissar selbst feststellen muss, dass Erfahrung als Ballast verstanden wird von denen, die mit modernen Ideen von den Universitäten kommen.
Sammlung interessanter Webseiten, die sich ganz, teil- oder seitenweise Simenon verschrieben haben
Terminsache
In der guten alten Diogenes-Zeit schmückten einige seiner Werke die Bücher von Simenon. Nun gibt es eine Ausstellung (»Robert Doisneau. Instants Donnés à la Boverie«) von stattlichen vierhundert Bildern des Jahrhundert-Fotografen Robert Doisneau in dem Lütticher Museum. Und wenn es schon eine Ausstellung von ihm in Lüttich gibt, jede Wette!, dass es auch das eine oder andere Foto mit Simeon als Motiv zu sehen gibt.
SimBlog
Nachdem wir zuletzt Regisseur und Hauptdarsteller haben zu Wort kommen lassen, gilt es nun zu erforschen, wie Medien und Zuschauer:innen den Film »Maigret et le mort amoureux« aufgenommen haben. Die Betrachtung der verschiedenen Meinungen lässt einen Schluss zu: Sowohl die Journalisten wie auch die Zuschauer sind gespalten, wobei die Leute vom Fach positiver gestimmt sind.
Der neue Kommissar Maigret Denis Podalydès ist ein untypischer Maigret-Darsteller, von der Statur wirkt eher wie Heinz Rühmann. Im Pressematerial wird angedeutet, dass Simenon Maigret nie als kräftig oder dick beschrieben hätte – das erscheint eher wie eine Rechtfertigung. Hier ein Interview, welches Anne-Claire Cieutat mit dem Schauspieler für die Presseinfo führte.
Seit einem Monat ist der Film »Maigret et le mort amoureux« in französischen Kinos zu sehen und startete wohl auch in Spanien. Da es im deutschsprachigen Raum bisher keine Anzeichen für eine Veröffentlichungen gibt, blieb selbstverständlich eine Presseresonanz hierzulande aus. Da das französische Pressematerial öffentlich ist, habe ich ein wenig gestöbert.
Viel braucht es nicht, dass ich denke: Wirklich? Da ich in der Vergangenheit Simenon dabei »erwischte«, wie er schludrig mit Kalenderdaten arbeitete, ist das ein Reflex. Bei der steilen Vorlage aus »Die schielende Marie« konnte ich gar nicht anders, als sofort nachzuschlagen. Was war das verdächtige Datum: Donnerstag, der 22. August 1922. Und was war es? Ein Dienstag. Erwischt!
Auf meinem virtuellen Notizzettel stand: »Kurzer Artikel zu einem Filmprogramm« ... Moment, das hatten wir doch schon letzte Woche als Anfang! Ist also verbrannt. Egal. Immer direkt zur Sache zu kommen, widerstrebt mir. In diesem Fall ist der Sidekick nicht so exotisch, wie es auf dem ersten Blick erscheint. Schon in früheren Texten habe ich Verknüpfungen zu M*A*S*H hergestellt.
Norcklid war abgehauen und ein Gefühl der Erleichterung machte sich breit. Schließlich hatte der Mann die ganze Zeit weggewollt. Unter den ganzen unsympathischen Typen schien er noch jemand zu sein, der Anstand hat. Aber in diesem letzten Teil unserer Reise wird es Zeit, den Sympathiekompass neu auszurichten. Die Hoffnung liegt wie so oft auf den jungen Leuten.
Vor fünf Jahren
Maigret ist ein echter Paris-Kenner. Während viele Bewohner der Stadt ihren Quartieren verhaftet sind und kaum mal über den engen Tellerrand hinaus schauen (oder hinausgeschaut haben), brachte die Mordlust der Pariser den Kommissar in die verschiedensten Ecken von Paris. Aber von Spaziergängen ist selten die Rede, da geht Madame Maigret mit ihrem Mann vom Kino zurück.
Vielleicht verschmolzen die beiden Figuren hin und wieder, die reale und die erschaffene. So lautet der Titel einer Biografie auch »Der Mann, der nicht Maigret war ...« Lassen Sie sich auf diesen Seiten in die Welt der beiden entführen.
Kommissar Maigret ist unvergleichlich: Brummig und liebenswert menschlich. Häufig lässt er seine Umgebung im Unklaren darüber, was er denkt. Wir sind nicht so, hier erfahren Sie mehr.
Wie war das eigentlich mit der Entstehung der Maigrets - eine gescheite Idee zur richtigen Stunde oder eine Entwicklung? Hier finden Sie die Antworten darauf und es wird beleuchtet, wie es weiter ging.
Portale
Das von Simenon geschaffene Werk scheint ziemlich unübersichtlich. Auf dieser Seite wurde sich die Mühe gemacht, das (deutschsprachige) Werk zu ordnen und einzusortieren. Sie erhalten auf der Portal-Seite einen Überblick über die verschiedenen Verlage und Ausgaben.
Mit dem Beginn der 1930er-Jahre begannen sich Filmemacher (und Produzenten) für den Stoff von Simenon zu interessieren. Immer wieder werden die Stories für die große Leinwand adaptiert. In diesem Portal finden Sie Beiträge und Nachrichten zu diesem Thema.
Unzählige der heutigen Maigret-Freunde wurden über die Flimmerkiste infiziert. Die ersten Maigret-Verfilmungen gab es in den 1960er Jahren im Fernsehen zu sehen. Bis heute sind sowohl die Maigret-Romane wie auch die »Roman dur« beliebtes Ausgangsmaterial für neue Serien.
Wem abends die Augen zufallen, der hat genauso eine Alternative wie diejenigen, die lange Bahn- und Autofahrten unterhaltsam gestalten wollen: Hörspiele und -bücher. Wer dabei mit Stoffen von Georges Simenon versorgt sein möchte, dem mangelt es nicht an Stoff.
Verortet
Sie planen eine Reise nach Paris und wollen kleine Umwege machen, um ein wenig auf den Spuren von Maigret zu wandeln? Der Artikel »Tatorte« dürfte schon weiter helfen. In diesem Artikel bekommen Sie weitere Tipps, was bei der Maigret-Reise nach Paris zu beachten ist.
Ganz gewiss wird Maigret auch hin und wieder in einen Stadtplan geschaut haben, schließlich war die Stadt schon damals riesig und er war nicht nur in den bekanntesten Ecken der Hauptstadt unterwegs. Hier finden Sie Scans und den Index aus einer Karte um 1914.
Statistik
Was es für die Maigrets schon gab, gibt es nun auch für die Roman Durs und die Non-Maigret-Erzählungen. Auf einer Timeline wird die Qualität der verschiedenen Roman durs angezeigt. So können Interessierte einen Eindruck gewinnen, in welchen Jahren die guten Geschichten entstanden und wo es mit schwachen Stories Ausreißer nach unten gab.
Eine weitere Statistik, die dem literarischen Score entsprungen ist. Auf einer Timeline wird die Qualität der verschiedenen Maigret-Geschichten angezeigt. So können Interessierte einen Eindruck gewinnen, in welchen Jahren die guten Geschichten entstanden und wo es mit schwachen Stories Ausreißer nach unten gab.
Das Wunderschöne an dem literarischen Score ist, dass sich daraus auch Statistiken generieren lassen. Hier haben wir eine, die zeigt, in welchem Bereich sich die Qualität der Maigret-Geschichten über die verschiedenen Schaffensperioden bewegte. Schauen Sie mal, ob sich Ihr Bauchgefühl mit der Score-Realität deckt?
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