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Welchen Maigret habt ihr zuletzt gelesen ?
Geschrieben: 19. August 2006, 23:04 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 8 ]
Polizeimeister (Sitte)
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10. Mai 2006

Titel : Maigret stellt eine Falle (1955)

Verlag : Bertelsmann-Lesering
Ausgabe von : 1959 (gebunden)

Inhalt : Innerhalb kürzester Zeit werden im 18. Pariser Arrondissment fünf Frauen umgebracht. Offenbar von ein und demselben Täter, der sich immer nur in einem gewissen Umkreis des Montmartre-Viertels bewegt und immer den gleichen Typ Frau als Opfer wählt. Ein schwerer Brocken für Kommissar Maigret, zumal ihm jeglicher Hinweis auf den Täter fehlt und er zudem noch seinen Intimfeind Richter Coméliau im Nacken sitzen hat.

Bewertung : Ein ungewöhnlicher Fall für Maigret, in dessen Verlauf er mehr als einmal seinen guten Ruf und seine Karriere aufs Spiel setzt. Mit gewöhnlichen Methoden ist diesem Täter diesmal nicht beizukommen. So muss sich Maigret auf ungewohntes Terrain begeben und droht zu scheitern.
Simenon entwickelt mit “Maigret stellt eine Falle” eine geschicktes psychologisches Kriminalschauspiel, in dem man u.a. auch den berüchtigten Inspektor Lognon erleben kann ... nur diesmal von einer ganz anderen und gelösteren Seite, da seine Frau zur Kur weilt und Inspektor “Pechvogel” seine Vogelfreiheit genießt. Simenon hat sich deutlich an der Geschichte von ´Jack the Ripper´ orientiert, was er auch mehrfach offen zugibt. Transportiert in das Paris der 50er Jahre ergibt diese Geschichte - in Kombination mit der Hauptfigur Maigret - eine interessante Mischung und einen der spannensten Romane dieser Serie überhaupt.

8 / 10

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Geschrieben: 21. August 2006, 22:51 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 9 ]
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22. November 2008

Kurzer Einwurf:
Bitte unbedingt mit dem Maigret-Film (avec Jean Gabin) vergleichen. Es lohnt!

Viele Grüße,
Oliver

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Geschrieben: 26. August 2006, 00:48 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 10 ]
Polizeimeister (Sitte)
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Titel : Der Drohbrief (1941)

in “Erlesene Verbrechen” - Kriminalgeschichten - Diogenes Reader 4

Verlag : Diogenes
Ausgabe von : 2006

Inhalt : Umgekehrte Voraussetzungen für Kommissar Maigret : diesmal muss er keinen Mord bearbeiten, sondern soll vielmehr einen verhindern. Und das auch noch außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches. Und auch noch am Wochenende. Die somit ohnehin schon bescheidene Laune des Kommissars wird durch die Tatsache, dass das mögliche Opfer ein Tyrann und eine ausgemachte Plage ist, nicht gerade verbessert.

Bewertung : “Der Drohbrief” ist eine von Simenons kurzen Maigret-Geschichten und gar nicht so leicht irgendwo zu finden. Dank der in diesem Jahr von Diogenes veröffentlichen Krimisammlung kommt man jedoch in den Genuss dieser Erzählung.
Auf kurzen und knappen 25 Seiten leidet man regelrecht mit Maigret. Und irgendwie hofft man, dass sich doch jemand findet, der seinem nervenden und unsympathischen Klienten den Garaus bereitet. Und vielleicht wäre auch Maigret selbst gar nicht mal so abgeneigt, diesem Plagegeist den Hals umzudrehen. Was am Ende bleibt, ist für den Leser eine nette kleine Geschichte ... für Maigret allerdings nur ein versautes Wochenende, ein dreckiger Anzug, und eine zornige Madame Maigret.

5 / 10

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Geschrieben: 2. September 2006, 17:16 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 11 ]
Polizeimeister (Sitte)
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10. Mai 2006

Titel : Maigret und sein Sonnabend-Besucher (1962)

in “Drei berühmte Kriminalromane in einem Band”

Verlag : Lingen
Ausgabe von : 1970

Inhalt : Schon mehrere Wochen erscheint jeden Sonnabend ein Mann am Quai auf und möchte Kommissar Maigret sprechen. Doch bevor Maigret Gelegenheit hat, seinen auffälligen Besucher - durch eine Hasenscharte prägt er sich jedem schnell ein - zu empfangen, ist der schon wieder verschwunden. Eines Abends taucht der Mann - Léonard Planchon - überraschend am Blvd. Richard Lenoir in Maigrets Wohnung auf. Was er dem Kommissar mitzuteilen hat lässt diesen nicht kalt und wird ihn über mehrere Monate beschäftigen : Planchon kündigt den Mord an seiner Frau und deren Geliebtem an !

Bewertung : Wieder einmal schaut Maigret tief in das Seelen- und Privatleben eines bzw. mehrerer Personen hinein. Was zu Beginn gar kein richtiger Fall ist und von Maigret quasi privat beobachtet wird, wird zunehmend zu einem Katz- und Mausspiel, bei dem der Kommissar nur schwerlich Antworten finden kann, da er noch nicht einmal die Fragen kennt.
So ist dann auch Simenons Roman nicht immer deutlich und fischt oftmals im Trüben. Der Grundgedanke der Story ist gut, die Ausführung nicht immer ganz zufriedenstellend. Das Ende lässt sowohl Maigret wie auch den Leser mit einem etwas faden Beigeschmack zurück.

5 / 10

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Geschrieben: 15. September 2006, 10:19 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 12 ]
Polizeimeister (Sitte)
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10. Mai 2006

Titel : Maigret im Haus des Richters (1940)
Verlag : Diogenes 21238

Ausgabe von : 1984

Inhalt : Der pensionierte Richter Forlacroix entdeckt eines Morgens vor seinem Haus einen Unbekannten mit eingeschlagenem Schädel, und als ein Verdacht auf ihn fällt, legt er Maigret ein Geständnis ab, das aber mit dem unbekannten Toten überhaupt nichts zu tun hat ...

Bewertung : Mal abgesehen von der Tatsache, dass der obige Klappentext nicht 100prozentig richtig ist (der unbekannte Tote liegt im Haus des Richters, nicht davor)...
Bei “Maigret im Haus des Richters” handelt es sich um den vielleicht außergewöhnlichsten Roman der Serie. Maigret ist (straf?)versetzt worden in das Kaff Lucon. Man erfährt nicht warum und wieso, er ist einfach da und langweilt sich zu Tode. Ohne seine gewohnte Umgebung, ohne seine Mitstreiter Janvier, Lucas & Co., und irgendwie auch ohne Madame Maigret, denn diese wird nur ganz am Rande der Geschichte kurz erwähnt.
Auch Simenons Erzählstil weicht ein wenig von seiner üblichen Schreibweise ab. Es geht sehr viel salopper und direkter zur Sache als gewohnt. Maigret selbst erscheint (besonders am Anfang und am Ende der Geschichte) nicht so träge wie üblich.
Als sich der Fall des Richters so richtig zu entwickeln beginnt ist Maigret in seinem Element. Nach Aiguillon gerufen richtet er sich dort nach und nach gemütlich ein. Er belegt das Gemeindehaus (das ihn mit seinem Bollerofen an sein schmerzlich vermisstes Büro in Paris erinnert) und lässt sich dorthin wie üblich Brote und Bier liefern ... und führt seine berüchtigten Endlosverhöre.
Doch mit Maigrets Geduld ist es nicht weit her - auch ein Zeichen seiner Unzufriedenheit auf Grund der Versetzung. Besonders sein Mitstreiter - Inspektor Méjat - nervt den Kommissar mit seiner Unbeholfenheit. Das geht sogar soweit, dass Maigret seinen Untergebenen zusammenfaltet wie einen kleinen Jungen : “Und du, Méjat, setz dich hin oder geh spazieren, aber steh hier nicht herum und starr mich nicht so blöde an !”
“Maigret im Haus des Richters” ist in jeglicher Hinsicht ungewöhnlich. Von der ersten Seite an spürt man den Unterschied zu anderen Maigret-Romanen. Diese Geschichte ragt für mich weit heraus. Die lange Suche nach diesem Buch (immerhin fehlten mir mit “Maigret im Haus des Richters” nur noch 8 der 103 Maigret-Geschichten) hat sich absolut gelohnt !

10 v. 10 P.

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Geschrieben: 14. August 2007, 23:11 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 13 ]
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10. Mai 2006

Titel : Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer (1931)
Verlag : Diogenes 155/18

Ausgabe von : 1980

Inhalt : Ein Matrose stürzt vom Mast, bleibt mit zerschmettertem Bein liegen. Ein Schiffsjunge geht nach drei tagen Fahrt über Bord. Der Kapitän des Fischdampfers “Ocean” liegt einige Stunden nach der Rückkehr aus Neufundland tot im Hafenbecken. Außerdem ist die Ladung halb verfault angekommen. Und niemand will etwas wissen. Eine Gelegenheit für Maigret, Seeluft zu schnuppernm und diesman eine besondere Auffassung von Justiz zu haben.

Bewertung :“Wir können uns in Fécamp ebensogut erholen wie anderswo!” Mit diesem banalen Satz verdonnert Maigret sein liebendes Eheweib zu ungewohnten Ferien am Meer und endlosen Strickstunden am Strand. Maigret selber vertieft sich in eine Seefahrtsgeschichte mit bösen Ausgang. Wie so häufig bei Simenon wimmelt es auch hier von gescheiterten Persönlichkeiten - im Grunde genommen ist keine der auftretenden Personen ein Sympathieträger. Und so schön die Tage am Meer auch gewesen sein dürften ... am Ende der Geschichte kann Maigret gar nicht schnell genug aus Fécamp wegkommen. Und irgendwie kann man es ihm nachfühlen.

7 / 10

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Geschrieben: 16. August 2007, 21:31 Uhr   [ Ignorieren ]   [ # 14 ]
Polizeimeister (Verkehrsdelikte)
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18. Mai 2007

Aufgrund meiner Vorliebe für Maigret-Romane, die im Schifffahrer-Milieu spielen, habe ich mir genau dieses Buch als “Maigret für den Urlaub” ausgesucht. Beruhigend zu wissen, dass er jüngst von anderer Seite mit 7 / 10 bewertet wurde. Man will schließlich im Urlaub keinen Durchschnitt lesen. wink

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