Zwei Titel

Cover-Variationen bei Heyne


Denke ich an den Heyne-Verlag und Maigret, dann ist meine erste Zuckung immer: »Die haben Maigret ja gar nicht verlegt...« Das ist eine Trotz-Reaktion, ich weiß, denn bei meinen Recherchen zu der Simenon-Bibliographie vor fast fünfzehn Jahren, habe ich auch den Heyne-Verlag kontaktiert und zur Antwort bekommen, sie hätten Simenon nie verlegt. Diese einigermaßen belustigende Antwort von damals kann ich heute wieder Lügen strafen.

Mein aktuelles Dilemma bei den Arbeiten für die neue Auflage der Bibliographie besteht darin, dass ich für einige Werke sehr viele Cover-Abbildungen habe (und eigentlich gar keine oder nur wenige benötige, da der eingeräumte Platz dafür nicht reicht) und für andere Werke wiederum kein Material habe. So recherchiert man natürlich rum und es kommen im Augenblick wieder viele antiquarische Bücher hier an.

Die Heyne-Ausgaben waren nie in meinem Fokus. Das lag daran, dass mich die Cover-Gestaltung nicht so sehr ansprach wie die von Kiepenheuer & Witsch. Durch die weiße Einbandgestaltung sehen die Bücher aus den sechziger Jahren heute auch nicht mehr so besonders ansprechend aus. Nicht nur die Seiten selbst sind häufig vergilbt, auch die Umschläge haben mit der Zeit gelitten.

Typisch für die Gestaltung der Simenon-Titel im Heyne-Verlag war auch die Schrift. Es ist eine richtig fette Cooper (Cooper Black), die sehr rund wirkt. Wenn mir etwas an dem Cover gefällt, dann ist es die Schrift. Mir ist klar, dass viele Fans von Rupert Davies mehr Wert auf die Cover-Bilder legen.

Bei denen ist mir bei den Recherchen aufgefallen, dass diese sich mit der Zeit geändert haben. In dem Beispiel »Maigret und sein Revolver« sieht man ganz gut, dass zuerst das Bild einer Szene aus einem Film genommen wurde (vermutlich aus der passenden Episode). Die vierte Auflage, die Mitte der siebziger Jahre erschien, kam allerdings anders daher. Auch hier wurde Material aus der Rupert-Davies-Reihe genommen, aber sehr verfremdet. Die Protagonisten stehen freigestellt in dem Raum, der für das Bild vorgesehen ist, und ein grafisches Element – es soll vermutlich ein Einschussloch symbolisieren -steht in einer Farbe, die an lila erinnert, daneben. Die Umschlaggestaltung erfolgte laut Impressum in beiden Fällen durch das Atelier Heinrichs (München). Über dieses wiederum habe ich nichts im Internet erfahren können. Es drängt sich aber der Eindruck auf, dass es sich dabei um die Haus-und-Hof-Illustratoren des Heyne-Verlages in den sechziger und siebziger Jahren gehandelt hat.

Ein weiterer Unterschied ist mir noch aufgefallen. Für die frühere Ausgabe der beiden Titel (ich habe die 2. Auflage von 1966 vorliegen) wurde glattes Papier verwendet, normal würde ich fast sagen. Indes die spätere Ausgabe kommt mit rauerem, strukturierten Papier daher – das mir, ehrlich gesagt, besser gefällt.