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Marie Dudons Umschlagtuch

Was für den einen ein Glücksfall ist, kann für den anderen zum Unglücksfall werden. Der Tod des Monsieur Cassieux ist für den Monsieur sicher kein Glücksfall. Er lag mit einem Gichtanfall danieder und seine Frau kümmerte sich um ihn.

Für Marie Dudon sah die Sache ein wenig anders aus. Sie plagte sich. Sie musste Wasser aus einem Zwischenstock holen, mehrmals am Tag. Eine beschwerliche Tätigkeit. Ihr Mann war unterwegs, um das Arbeitslosengeld zu holen.

Aus dem Fenster sah sie, wie Madame Cassieux ihren Mann mit Medizin versorgte. Irgendetwas stimmte nicht an dem Bild. Die Frau des kranken Mannes ging ins Bad und agierte sehr vorsichtig. Sie ließ Wasser in ein Glas, nahm aus einem Schrank ein Pülverchen, dass sie in dem Glas verrührte. Sie achtete darauf, leise zu sein, das konnte Marie Dudon beobachten. Im Anschluss ließ sie das Pülverchen in einer ihrer Taschen der Bluse verschwinden und ging in das Krankenzimmer. Sie sagte etwas zu Monsieur Cassieux und gab ein paar Tropfen in das Wasserglas. Der Kranke verzog angewidert das Gesicht, als er das Gebräu trank. Anschließend wurde er gebettet und seine Frau ließ die Vorhänge herunter. In dem Augenblick trafen sich die Blicke. Marie Dudon erkannte, dass sie bei ihrer Beobachtung gesehen wurde, und Madame Cassieux wusste, dass sie eine Mitwisserin hatte.

Für Marie stellte der Tod von Monsieur Cassieux einen Ausweg dar. Sie überlegte, ob es besser wäre von der Mörderin einen Haus oder gleich Bargeld zu verlangen. Ein Haus wäre nicht schlecht, denn sie hatte gehört, dass es durchaus auch kleinere Häuser mit Gas, Elektrizität und Wasser gäbe, die komfortabel wären. Sie nahm sich fest vor, Madame Cassieux aufzusuchen.

Aber Erpressung ist ein Verbrechen und eigentlich sollten sich Verbrechen nicht lohnen.

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fakten Fakten

Originaltitel:

La châle de Marie Dudon

Entstehungsjahr:

1940

Erscheinungsjahr:

1937

Entstehungsort:

Nieul-sur-Mer

Verlag:

Gallimard

 

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Es musste kurz vor zwei Uhr sein. Der Wecker auf dem schwarzen Marmorkamin war abgestellt. Marie Dudon hatte mittlerweile abgespült.
»Geht du jetzt gleich?«
»Warum?«
»Es wäre mir recht, wenn du fünf Minuten auf den Kleinen aufpasst, dann kann ich noch runtergehn und Wasser für meine Wäsche holen…«

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4 Ausgaben - erste Ausgabe: 1978 - letzte Ausgabe: 2000

Kein Cover vorhanden

1978

Das Schultertuch
in »Moderne Erzähler der Welt - Belgien«
Erdmann
Übersetzung: Elfi Groß

Marie Dudons Umschlagtuch / Diogenes

1992

Marie Dudons Umschlagtuch
in »Emil und sein Schiff«
Diogenes (detebe 21318)
Übersetzung: Angela von Hagen

Kein Cover vorhanden

1998

Marie Dudons Umschlagtuch
in »Giftige Genüsse«
Aufbau Taschenbuch
Übersetzung: Angela von Hagen

Kein Cover vorhanden

2000

Das Schultertuch
in »Das Herbst-Lesebuch«
Heyne (13022)
Übersetzung: Elfi Groß