Über die Story

1. Akt. Im Hotel George V., eine der besten Adressen in Paris, ruft die Gräfin Palmieri den Zimmerservice. Sie hätte eine ihr mittlerweile unbekannte Anzahl von Tabletten geschluckt, und es sich jetzt aber anders überlegt, und sie wolle nicht sterben. Den gemeinsamen Bemühungen der Hotelschwester und des eilig herbeigerufenen Arztes ist es zu verdanken, dass sie überlebt. Sie wird in das amerikanische Krankenhaus in Neuilly gebracht. Der Polizei wird Meldung gemacht.

2. Akt. John T. Arnold sitzt im Hotel Scribe – welches auch kein übler Platz für Leute mit Geld ist. Er ist bemüht, eine Leitung zu seinem Freund Oberst David Ward zu bekommen. Die Telefonistin des George V. teilt ihm mit, dass die Leitung zwar nicht besetzt ist, aber keiner abnimmt. Arnold ist äußerst beunruhigt, denn genauso gewiss, wie die Tatsache, dass eine Stunde sechzig Minuten hat, ruft er jeden Morgen um zehn Uhr bei Ward an und dieser nimmt ab. Während Arnold ungeduldig am Telefon wartet, entscheidet der Empfangschef vom George V., dass man kontrollieren solle, was sich im Zimmer des Oberst abspielt.

3. Akt. Maigret sitzt beim Chef, der nicht besonders glücklich aussieht.

»Kennen Sie den Oberst Ward?«
»Der Name ist mir aus den Zeitungen bekannt. Das ist doch der Mann mit den drei oder vier Frauen, nicht wahr?«
»Man hat ihn soeben im Hotel George V. in der Badewanne tot aufgefunden, und ich glaube, es wäre das beste, Sie gingen selber dorthin. Wie mir der mit dem Hotel in mehr oder weniger engen Beziehungen stehende Arzt gesagt hat, erfreute sich Ward einer ausgezeichneten Gesundheit und hat seines Wissen nie an Herzanfälle gelitten… Die Presse wird sich mit dem Fall befassen, und nicht nur die französische, sondern die der ganzen Welt…«
Maigret hatte einen Horror vor Affären, bei denen es sich um nur allzu bekannte Persönlichkeiten handelte, die man mit Samthandschuhen anfassen muss.

Nun sieht Maigret auch nicht mehr glücklich aus.

Ein guter Polizist kommt mit den Menschen aller Gesellschaftsschichten zurecht. Maigret gibt sich alle Mühe, aber er passt nicht in die Welt des Toten, seiner Freunde und der des Hoteldirektors. In die Denk- und Lebensweise dieser Leute kann er sich nur sehr schwer hineinversetzen.

Die Information, dass die Gräfin Palmieri einen Selbstmordversuch unternommen, hatte Inspektor Lucas Maigret mit auf den Weg gegeben. Das die Gräfin allerdings eng mit dem Oberst verbandelt war, stellt sich erst im Hotel nach hartnäckigem Nachfragen heraus. So bekommt der Selbstmordversuch eine ganz andere Bedeutung. Hinzu kommt die Information aus dem Amerikanischen Krankenhaus, dass die Gräfin verschwunden wäre.

Ein Selbstmordversuch ist nicht strafbar und so stand es der Gräfin frei, sich dorthin zu bewegen, wo sie will. Das sie das Krankenhaus so eilig verlassen hatte, warf aber kein sehr gutes Licht auf sie.

Maigret begibt sich auf ihre Fährte und bekommt heraus, dass sie von Orly in Richtung Nizza geflogen ist. Auf der Suche nach der Gräfin ist Maigret die nächsten Stunden und Tage auf Flughäfen und in Luxushotels zu Hause. Verfolgt wird er von seiner schlechten Laune (die er immer hat, wenn er auch die höhere Gesellschaft Rücksicht nehmen muss) und von Journalisten, für die die Affäre ein gefundenes Fressen ist (»Englischer Milliardär in seiner Badewanne tot aufgefunden«).