Schon jetzt lässt sich festhalten, dass zu den kleinen Wundern dieses Simenon-Jahres die Veröffentlichung des Biografie-Comics »Simenon, Warten auf Maigret« zählt – zumindest im deutschsprachigen Raum. Da in den letzten Jahren hierzulande keine neuen Biografien erschienen und bestehende Übersetzungen weder überarbeitet noch neu aufgelegt wurden, herrscht eine ernstzunehmende Simenon-Bio-Unterversorgung. Hier gibt es definitiv Handlungsbedarf bei Kampa.
Fragt man die Suchmaschine (oder KI) der Wahl nach der richtigen Reihenfolge, bekommt man meist eine schwachsinnige Antwort. Ja, wird es heißen, man solle mit Fall Nummer 1 – »Pietr der Lette« – beginnen und sich bis Band 75 durchlesen. Da kann man sich nur die Haare raufen, denn Simenon schrieb seine Geschichten ohne innere Chronologie – mal schickt er den Kommissar in den Ruhestand, dann sitzt Maigret wieder am Quai, als wäre nichts gewesen.
Alles wurde kompliziert! Lief es im Jahrzehnt zuvor sowohl privat als auch familiär rund, so änderte sich das in den 1960ern. Zwar spielte Simenon den Illustrierten die heile Welt vor, doch hinter den Kulissen gab es Entwicklungen, die aus einem seiner Romane hätten stammen können – und wie in diesen kein gutes Ende nahmen. Am Ende lag seine Ehe in Trümmern. Was das mit den Kindern machte, kann man sich vorstellen – beruflicher Erfolg zählt da wenig.
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