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Morddrohungen

So werden sie schon lange nicht mehr genannt, oder besser gesagt, so nennen sie sich schon lange nicht mehr. Das Wort »Lumpen« hat irgendwie etwas anrüchiges bekommen, vielleicht auch durch das Wort »Lump«, aber das wäre eine eigene Untersuchung wert. Nein, heute haben die Geschäftsleute aus diesem Metier vielleicht das Wort »Altkleider« in ihrem Namen. Es mag ja auch daran lieben, dass das, was heute die Altkleider-Sammler so sammeln, mit Lumpen nicht mehr viel gemein hat: meist ist es Ausgemustertes, welches der Platznot im Kleiderschrank zum Opfer viel.

Abbildungen zu »Morddrohungen« (insgesamt: 2)
Erlesene Verbrechen - Diogenes (detebe 23574) - 2006 Tintenfass - Verbrechen, die sich lohnen - Diogenes - detebe 22024 - 2000

All diese Gedanken machte sich Maigret nicht. Der wurde zum Chef gerufen, denn ein Lumpensammler hatte seine liebe Not. Er hatte einen Drohbrief bekommen, zusammen geschnitten aus alten Zeitungsartikeln, in dem ihm ziemlich deutlich klar gemacht wurde, was man von ihm hielt und was ihn erwartete:

Alter Schuft,
Diesmal geht’s Dir an den Kragen. Egal, ob Du nach Le Coudray gehts oder nicht, und selbst wenn Du mit einem ganzen Garderegiment auftauchst, am Sonntag abend um sechs bist Du ein toter Mann. Und alle werden verdammt froh sein, wenn sie Dich endlich los sind.

So erklärt sich der Titel der Erzählung. Monsieur Grosbois, der ein schwerreicher Lumpenhändler ist, kann sich nicht denken, wer ihm Übles will. Er hätte keine Feinde, behauptet er. Das ist natürlich nicht viel, erleichtert die Ermittlungen des Kommissars nicht unbedingt. Aber Grosbois hat schon genaue Vorstellungen, wie die Polizei sein Leben retten kann. Am Wochenende geht es immer, wie es auch im Brief erwähnt wird, nach Le Coudray. Dort hat die Familie ein Wochenendhaus und in der Regel sind alle anwesend.

Dazu gehört der Brüder, mit dem zusammen Emile Grosbois das Geschäft betreibt, seine Schwester Françoise und ihre beiden Kinder, Henri und Eliane. Und ein Dienstmädchen. Am Samstag, Maigret hatte seiner Frau eigentlich versprochen, mit ihr auf’s Land zu fahren, macht er sich auf den Weg zur Familie Grosbois. Natürlich will er nicht hin, und da keinerlei Aussicht auf einen entzückenden Nachmittag besteht, ist er auch ziemlich brummig.

Dort angekommen versucht die Familie zuerst ihm heile Welt vorzuspielen, aber schon bald krachte es im Gebälk. Schnell ist zu erkennen, dass die pauschale Aussage von Emile Grosbois, er habe keine Feinde, schon auf die Familie bezogen, reines Wunschdenken war. So wird es denn ein spannender Nachmittag und Maigret wird langsam neugierig, was der Drohbriefschreiber sich vorgenommen hat.

 

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fakten Fakten

Originaltitel:

Menaces de mort

Entstehungsjahr:

1941 (Winter 1941/42)

Erscheinungsjahr:

1942

Entstehungsort:

Fontenay-le-Comte

Verlag:

Révolution nationale

Fuer die Ohren Für die Ohren

Morddrohungen
2009 - Diogenes
mit Gert Heidenreich

 

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Erste Worte

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Biblio

Did not work.

»Kommen Sie herein, Maigret. Darf ich vorstellen…«
Der Kommissar hatte den Klienten, der ihm vorgestellt werden sollte, noch nicht gesehen, aber dass es sich hier um einen eher merkwürdigen Fall handelte, hatte er schon am ersten Blick des Chefs erkannt.

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3 Ausgaben - erste Ausgabe: 2000 - letzte Ausgabe: 2009

Der Drohbrief / Diogenes

2000

Der Drohbrief
in »Tintenfass Nr. 24«
Diogenes (detebe 22024)
Übersetzung: Linde Birk

Der Drohbrief / Diogenes

2006

Der Drohbrief
in »Erlesene Verbrechen«
Diogenes (detebe 23574)
Übersetzung: Linde Birk

Kein Cover vorhanden

2009

Morddrohungen
in »Sämtliche Maigret-Geschichten«
Diogenes
Übersetzung: Hainer Kober