Krieg, Besatzung, Kollaborationsvorwürfe, die Emigration nach Amerika, die faktische Trennung von seiner Frau Tigy – Simenons 1940er-Jahre klingen nach einer einzigen Krisendekade. Doch es gab auch die andere Seite: eine Geliebte, die seine Frau wurde, einen weiteren Sohn, und vor allem eine literarische Reifung, die sein Werk auf ein neues Niveau hob. Wie so oft bei Simenon speiste sich seine Kunst direkt aus dem Erlebten.
Die 1930er-Jahre waren ein erstaunliches Jahrzehnt für Simenon. Er konnte die »Produktion« an Texten herunterfahren, war aber immer noch erstaunlich produktiv. Gemessen an dem Rest der Schriftsteller:innen-Welt war er das die Jahrzehnte danach immer noch. Die Qualität nahm zu, aber nur knapp die Hälfte der Geschichten finden sich im oberen Bereich der Qualitätsskala. Als Schriftsteller ist er in diese Dekade noch in seiner Findungsphase.
Gesellschaftskritische Anspielungen sind in Simenons Werk an zahllosen Stellen zu finden – im Kleinen wie im Großen. Schaut man sich die Maigrets an, wird dort oft thematisiert, wie gut es die Bedeutenden und Reichen verstehen, Einfluss zu ihren Gunsten zu nehmen. Oder wie der Kommissar selbst feststellen muss, dass Erfahrung als Ballast verstanden wird von denen, die mit modernen Ideen von den Universitäten kommen.
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