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Der Hafen von Buenaventura

Der Franzose rief nach niemanden. Er kannte sich in dem Haus aus. Er ging um eine Eisensäule herum und betrat den großen Saal, der mt seinen riesigen Fenstern wie ein Aquarium aussah. Der andere stand bereits vor dem Spielautomaten, in den er eine Marke nach der anderen schob, das Auge starr auf die kleine Öffnung gerichtet, in der je nachdem Kirschen, Pflaumen oder Zitronen erschienen.
»Salut!« brummte der Franzose. Es klang mehr nach einer Beleidigung als nach einem Gruß.

Das machte aber überhaupt nichts, denn der andere war so beschäftigt, dass er eine Beleidigung nicht einmal bemerkt hätte, wenn man sie ihm während des Spiels als Zettel hineingereicht hätte. Der eine Franzose war damit beschäftigt, sich auch irgendeine Art und Weise zu unterhalten. Sein liebstes Thema war seine bevorstehende Abreise, aber jeder, der ihn ein näher kannte, wusste, dass er der Letzte sein würde, der von diesem verfluchten Ort verschwinden würde. Jeden Monat, wenn der Dampfer anlegte, kündigte er sein Verschwinden an. Das eine oder andere Mal hatte er sogar schon mit Gepäck dagestanden, war aber immer geblieben.

So tat er das, was er jeden Tag zu tun pflegte. Er trank und schwatzte.

Der Andere, Pedro, spielte mit dem Automaten und kam hin und wieder zum Tresen um neue Chips zu holen und einen kleinen Pfefferminz. Es passierte nie viel, daran kann auch die Ankunft von Reisenden, die Zwischenstation in Buenaventura machen nichts ändern. Oder sollte es an diesem Tage ein Ausnahme geben.

Kann es sein, dass einer der Ankommenden an den Automaten will. An den Automaten, in den Pedro schon unzählige Chips gesteckt hat, ohne zu gewinnen? Ist da jemand, der Pedro sein Glück stehlen will?

Der Franzose schwatzt und beobachtet genau, was sich anbahnt. Für ihn ist es furchtbar spannend, so dass man befürchtet, dass er seine Abreise verpassen könnte.

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fakten Fakten

Originaltitel:

L'escale de Buenaventura

Entstehungsjahr:

1946 (August)

Erscheinungsjahr:

1960

Entstehungsort:

St. Andrews

Verlag:

Presses de la Cité

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Als der Franzose die Tür mit dem verrosteten Metallgitter, das als Fliegennetz diente, aufstieß, war es noch nicht neun Uhr, aber sein gelbes Leinenjackett hatte schon zwei große Halbmonde von Schweiß unter den Armen. Wie gewöhnlich zog er das linke Bein etwas nach. Und wie gewöhnlich machte er ein wütendes Gesicht und stieß mit einer drohenden Gebärde seinen Strohhut, der die Form eines Kolonialhelms mit kleinen Luftlöchern hatte, in den Nacken.

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Eine Ausgabe

Der Hafen von Buenaventura / Diogenes

1990

Der Hafen von Buenaventura
in »Die beiden Alten in Cherbourg«
Diogenes (detebe 21943)
Übersetzung: Inge Giese