Eine direkte Ansprache, die allerdings nichts im geringsten mit der penetranten GEZ-Werbung aus dem Kino zu tun hat, die einen vergreisten James-Brown-Verschnitt zeigt, und in einem dem Gedanken sät, den Fernseher abzuschaffen, um es den Öffentlich-Rechtlichen mal richtig zu zeigen (dann denkt man sich aber, es ist ja immer noch etwas anspruchsvolleres Programm, als man es von den privaten Sendern erwarten kann). Immerhin ist diese direkte Ansprache: »hast du auch bezahlt«, gar nicht so fern von diesem Thema, das hier angesprochen werden soll.
Da kam vor Kurzem eine Anfrage, welche Romane in Paris denn in den Hallen spielen würden. Da fielen mir zwei Romane auf Anhieb ein: »Der kleine Heilige« und »Der Tod des Auguste Mature« – beides herausragende Romane, die das Leben in und um die Hallen beschreiben. Im ersten geht es um einen Jungen, der von den Hallen gefangen genommen wird und sich dort lange Zeit seinen Lebensunterhalt verdient. Es ist eine Hochzeit der Hallen. Im zweiten Buch näheren sich die Hallen schon ihrem Ende. Der alte Auguste Mature ist gestorben und sein Sohn, der Nachfolger weiß, dass das Geschäft nicht auf ewig laufen wird. Entweder wird das Geschäft abgerissen oder es wird unter der ausbleibenden Klientel zu leiden haben, denn die Hallen haben das Geschäft zu dem gemacht, was es darstellt.
Der vergangene November brachte eine Reihe von Erscheinungen, die sich mehr oder weniger direkt mit Georges Simenon beschäftigen. Der Anfang sei an dieser Stelle mit dem Hinweis auf den Titel »Simenon ou le roman gris« von Jean-Baptiste Baronian erlaubt, der ein persönliches Buch zu Simenon geschrieben hat. In dem beschäftigt er sich mit Lüttich, Paris, Maigret und seiner Frau, der Zeit im Exil und vielem mehr. Dieses Buch ist nur Lesern zu empfehlen, die des Französischen mächtig sind. Etwas geringere Sprachkenntnisse reichen bei der Lektüre von »Passion Simenon« welches oben erwähnter Baronian zusammen mit Michel Schepens zusammengestellt hat.
Hier ein kleiner Überblick über das, was die Medien in den nächsten Wochen an Simenon-Futter bieten. Den Reigen leitet am 1. Januar der Saarländische Rundfunk ein: um 20 Uhr können Sie das Hörspiel »Man tötet nicht die kleinen Leute« von 1953 hören. Im Anschluss führt Patricia Görg ein fiktives Interview mit Georges Simenon. In zwei Teilen (am 1. und am 18. Februar) strahlt SWR 2 um kurz nach 23 Uhr das Maigret-Hörspiel »Maigret und der gelbe Hund« aus.