Frühlingsprogramm 2019

Neue Zählung


Eine Formulierung aus der neuen Kampa-Vorschau gefällt mir besonders gut: »Die 2. Staffel der Maigret-Neuedition«. Der Begriff »Staffel« wird mehr mit Fernsehserien verbunden, mit Literatur brachte man als Leser den Begriff »Staffel« bisher nicht in Verbindung. Was wiederum daran liegen könnte, dass es nicht besonders viele Schriftsteller gibt, bei denen sich die Werkaufteilung in Staffeln lohnen würde.

Die Idee könnte man für die anderen Romane noch weiterspinnen: Warum nicht eine Staffel der Non-Maigret mit dem Namen »Exotik« und beim nächsten Mal »Fiese Typen«, das hätte doch einen gewissen Reiz und zu jedem Thema ließen sich locker immer vier, fünf Romane finden. Es ist ja nicht so, dass der Meister sich beim Schreiben irgendwie gebremst hätte.

So vieles

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Vielleicht hatte ich es noch nicht erwähnt, aber ich liebe Lexika. Als Kind schon und jetzt, wo man nicht ständig Bücher aus dem Schrank holen muss, ist es sogar noch einfacher geworden (obwohl ich das mit Lexika auf CD und DVD auch schon toll und revolutionär fand). Im Lexikon fand ich auch die Information, dass François Rabelais – seines Zeichens Schriftsteller und Arzt sowie Humanist und Ordensbruder – das Wort Bredouille nachweisbar als Erster verwendete. Das hätte ich nie erfahren, wenn ich mich nicht in einer solchen befinden würde und mal kurz nachgeschlagen hätte, ob meine Fassung der Schreibung dieses Wortes der üblichen Schreibung entspricht.

Im Mittelpunkt der Maigret-Staffel dürfte wohl der Roman »Maigret im Haus der Unruhe« stehen. Simenon veröffentlichte den Roman »La maison de l’inquiétude« unter seinem Pseudonym »Georges Sim. Der Roman wurde aber nie in die offizielle Maigret-Reihe aufgenommen. Wie also damit umgehen? Da der Kampa-Verlag den Roman unter dem Namen Simenon veröffentlicht, wird er hier in die Maigret-Listen mit aufgenommen. Die Romane und Erzählungen, es mögen ja vielleicht noch einige kommen, bei denen die gleiche Problematik auftritt, werden genauso gekennzeichnet. Es gibt auch noch Kandidaten aus der Vergangenheit, die zu prüfen sind, und gegebenenfalls die gleiche Kennzeichnung bekommen.

Bisher ist der Roman in deutscher Sprache noch nicht erschienen, damit haben wir es mit einer waschechten Premiere zu tun. Auch im französischsprachigen Raum ist er so prominent nicht platziert worden. Er fand sich meist in Büchern, die sich mit Simenons Werk vor seinem Schriftsteller-Coming Out, befassten. Ich bin also sehr gespannt auf diesen neuen Maigret und werden nach Erscheinen hier sofort berichten.

In der Kürze...

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Neben den Romanen gibt es noch die Maigret-Erzählungen. Die letzte Veröffentlichung von Maigret-Erzählungen gab es mit der Veröffentlichung des großen Maigret-Geschichtenbandes, mit der die Diogenes-Maigret-Edition beschlossen wurde. Dieser ist heute noch begehrt, wenn man sich die Preise anschaut - erfreulicherweise kann aber vermeldet werden, dass sie seit den Hochzeiten schon erheblich gefallen sind (würde man einen Chart-Verlauf mit dem Bitcoin vergleichen, gäbe es vielleicht Ähnlichkeiten). Wie damals zu Diogenes-Zeiten werden die Erzählungen aber erst einmal einzeln (z.B. mit »Maigret und Inspektor Griesgram«) oder in Sammelbänden (»Maigret und der Mann auf der Straße« und zwei andere Geschichten) veröffentlicht.

Der Frühling bringt auch eine Maigret-Retro-Ausgabe: Dabei handelt es sich um »Maigret und der Mann auf der Straße«. Man sollte nicht irritiert sein, die Namen der Erzählungen haben sich teilweise geringfügig geändert: Allen Erzählungen wird nun ein »Maigret und ...« vorangestellt.

Die Season 2 umfasst damit folgende Geschichten:

Neben der Neuerscheinung gibt es somit noch zwei Neu-Übersetzungen und mit »Maigret amüsiert sich« eine grundlegende Überarbeitung der Übersetzung, sowie fünf Maigrets, die mit Nachworten erscheinen. Der Retro-Band »Maigret und der Mann auf der Straße« erscheint mit einem Vorwort von Gabriel García Márquez, wobei es sich um das schon bekannte Essay »Dieselbe Geschichte, nur anders« handeln wird. Die beiden Geschichten wurden schon früher gern zusammen verlegt.

Die großen Romane im April

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Was uns die Kollegen aus Hamburg an Romanen jenseits von Maigret bescheren, ist schon ein wenig länger bekannt. Unter den vier Romanen, die aus Zürich im April kommen, befindet sich eine kleine Überraschung.

Der Roman »Die Stammgäste« wurde schon längere Zeit nicht veröffentlicht. Er erschien erstmals 1992 in deutscher Sprache, hatte damals aber den ähnlichen Titel »Der Stammgast«. Nun wird er wiederveröffentlicht in einer Neuübersetzung von Jürgen und Romy Ritte.

Die weiteren Titel des Frühlingsprogramms: