Über die Story

Die Spur ist schon sehr kalt, als Maigret am Tatort erscheint. Eine Frau wurde durch einen Zufall in einer Scheune entdeckt – eine schöne Person, leider tot – erwürgt. Die Erzählung spielt an einer Schleuse, der Schleusenwärter kennt (fast) jeden der vorbeifährt, die Frau stammt nicht aus der großen Familie der Binnenschiffer.

Das Leben am Kanal – der zur Marne führt – geht weiter, die Schiffe, die zur Tatzeit vor Ort ankerten, sind längst weitergefahren. Maigret untersucht die Orte, die in dem Fall eine Rolle spielen wieder und wieder, ohne der Identität der Frau näher zu kommen. Der Schleusenwärter unterdessen erzählt jedem der vorbeikommt und der die Geschichte hören will, die aufregenden Ereignisse und deutet auf Maigret – dem Kommissar des 1. Einsatzkommandos der Kriminalpolizei, der genauso schlau ist, wie er – der Schleusenwärter.

Da kommt Kommissar Zufall Maigret zur Hilfe. An der Schleuse legt eine Yacht an. Im Café »interviewt« Maigret die Ankömmlinge, zeigt die Bilder der Frau.

  Der Mann von der Yacht bewegte kaum den Kopf, um das Foto zu betrachten. Dann sah er Maigret prüfend an und seufzte:
  »Polizei?«
  Er hatte einen starken englischen Akzent und eine müde Stimme.
  »Kriminalpolizei! Hier ist letzte Nacht ein Mord begangen worden. Das Opfer konnte noch nicht identifiziert werden.«
  »Wo befindet sie sich?« fragte der andere, in dem er sich erhob und auf das Porträt zeigte.
  »Im Leichenschauhaus von Épernay. Kennen Sie sie?«
  Das Gesicht des Engländers war undurchdringlich. Maigret bemerkte jedoch, dass sein enormer, apoplektischer Hals rotviolett geworden war.
  Er nach seine weiße Mütze, die er auf seinem beinahe kahlen Schädel setzte, und knurrte auf englisch, in dem er sich zu seinem Begleiter wandte:
  »Schon wieder Komplikationen.«
  Und dann, ohne sich um die Neugier der Schiffer zu kümmern, erklärte er, in dem er an seiner Zigarette zog:
  »Das ist mein Frau.«

Der gelassene Engländer – Colonel Sir Walter – nimmt Maigret mit auf sein Boot, wo dieser mit äußerst merkwürdigen Gestalten und Verhaltensweisen konfrontiert wird. Der Engländer redet nicht gern. Sie waren gestern noch meilenweit von dieser Schleuse entfernt. Es kam häufiger vor, dass sich seine Frau von der Reisegesellschaft absetze. Nein, er habe keine Ahnung, wer seine Frau umgebracht haben könnte. Nicht gerade das, was man eine große Hilfe nennen könnte. Zumal die Reisegesellschaft der Yacht meistens zu betrunken ist, um einen Mord zu begehen.

Und die »Southern Cross« machte einen Satz und schoss in voller Fahrt ganz dicht an den schweren Lastkähnen vorbei, unter Schreien und Protesten, streifte aber keinen von ihnen.
  Zwei Minuten später verschwand sie hinter der Biegung, und Maigret sagte zu Lucas, der ihn begleitet hatte:
  »Die sind beide sturzbetrunken!«
  Niemand hatte es gemerkt. Der Colonel war korrekt und würdig, mit dem großen goldenen Schild in der Mitte seiner Mütze.
  Auch Wladimir in seinem gestreiften Seemannspullover, die Mütze nach hinten geschoben, hatte nicht eine falsche Bewegung gemacht.
  Nur, da der breite Nacken von Sir Walter blauviolett war und sein Gesicht von krankhafter Blässe, mit schweren Säcken unter den Augen, die Lippen farblos.
  Was den Russen betraf, so hätte ihn der geringe Anstoß aus dem Gleichgewicht gebracht, denn er schlief im Stehen.

Da kommt es in den nächsten Stunden nicht nur zu gravierenden Zerwürfnissen innerhalb der Reisegesellschaft, sondern auch zu neuem »Ungemach« – in Form von Mord.