Angedeutet


Nur »Drei Zimmer in Manhattan« wird diesen Monat als Kampa-Ausgabe erscheinen. Angekündigt war zwar auch der »Kleine Heilige« – das wird aber nichts. Auf diesen werden sich Leser:innen bis Juni gedulden müssen. Es ist genauso bemerkenswert wie unerfreulich, dass die Kampa-Verschieberitis nun auch die Romans Durs erreicht hat. Bisher war sie Maigrets vorbehalten.

Ich halte es für bedauerlich, dass man sich nun auch darauf nicht mehr verlassen kann. Wofür werden überhaupt noch Pläne gemacht? Dass die Verschiebungen ohne Erläuterungen erfolgen, ist ein weiteres Ärgernis. 

Simenon ist hierzulande schon längst kein Kassenschlager mehr und selbst der treuesten Seele sollte aufgegangen sein, dass die ursprünglichen Erwartungen von Kampa an das Geschäft mit dem Belgier sich wohl nicht erfüllt haben. Anderweitig lässt sich das Vorgehen nicht erklären.

Aber wäre es dann nicht fair, auf eine konservative und verlässliche Planung zu wechseln? Damit würde man zumindest die Leser:innen, die man noch hat, bei der Stange halten. 

Für den Herbst – so kann man den elektronischen Verzeichnissen entnehmen – sind die nächsten Titel angekündigt: »Die Stammgäste« sollte schon vor einem halben Jahrzehnt erscheinen und ist nun für den 8. Oktober notiert. Einen Monat später, am 12. November, will Kampa »Brief an meinen Richter« herausbringen. 

Die Sammlung mit Kurzgeschichten um G7 – »Kommissar G7 und der Mord am Kanal« – ist für das nächste Frühjahr geplant; und wer immer noch Lust hat mit Maigret zu kochen, der kann sich auf den 8. Oktober dieses Jahres freuen.

Allerdings: Was heißt schon freuen? Vielmehr müsste man zu all diesen Terminen schreiben: »Alle Angaben ohne Gewähr.« – was wirklich traurig ist.