Nur »Drei Zimmer in Manhattan« wird diesen Monat als Kampa-Ausgabe erscheinen. Angekündigt war zwar auch der »Kleine Heilige« – das wird aber nichts. Auf diesen werden sich Leser:innen bis Juni gedulden müssen. Es ist genauso bemerkenswert wie unerfreulich, dass die Kampa-Verschieberitis nun auch die Romans Durs erreicht hat. Bisher war sie Maigrets vorbehalten.
Nachdem Joseph Caspar Witsch am 25. März 1965 einen Brief an Simenon geschrieben hatte, reagierte Simenon drei Tage später. Heute sind die Laufzeiten der Post zumindest im ländlichen Bereich ein wenig länger, damals hat der Verleger in Köln nicht lang auf eine Antwort warten müssen. Ob ihm alles das, was sein Autor ihm schrieb gefallen hat, sei einmal dahingestellt.
Der kleine Louis hat keine Lust, sich zu wehren, und versucht, einen friedvollen Weg durch das Leben zu gehen. Man könnte auch sagen, den Weg des geringsten Widerstands, aber das entspräche nicht ganz der Wahrheit. So hat er sehr früh von seinen Kameraden den Namen »Der kleine Heilige« verpasst bekommen. Simenon beschreibt den Weg eines Jungen aus den Pariser Armenvierteln, der nicht so genau weiß, was er will.