Striptease

Célita hat ihre Vorstellungen: Sie geht mit dem Chef hin und wieder ins Bett, die Frau des Mannes spielt keine Rolle und irgendwann, wann weiß Gott, würde sie die Rolle der Chefin einnehmen. Das sind Aussichten, mit der die Striptease-Tänzerin gut leben kann. Eines Tages betritt ein junges Mädchen das Lokal, und obwohl sie nun überhaupt nicht Tanzen kann und Célita der Meinung ist, dass das Mädel aber auch gar nicht sexy ist, wird sie genommen. Und noch schlimmer: Der Chef verguckt sich in die Neue. Die Pläne von Célita beginnen zu wanken.

Über die Story


Célita hat ein Problem, ein großes. So sieht es am Anfang aber gar nicht aus.

Am Anfang steht ein Besuch in ihrem Nachtclub, dem Nachtclub, in dem sie Nacht für Nacht ihre Show liefert. Sie ist der Star im Monico. Im Nachtclub hat Célita eine Sonderstellung – denn sie ist die einzige der Tänzerinnen, die eine Tanzausbildung hat. Das bringt Vorteile mit sich: sie ist die einzige im Klub, die sich am Ende ihrer Vorstellung nicht barbusig präsentiert. Sie ist es, die dem Chef wie auch der Chefin Paroli bieten kann.

Hinzu kommt, dass sie ein Verhältnis mit dem Chef, Léon, hat, ein solches Verhältnis, dass man meinen könnte, der Chef wäre abhängig von ihr. Florence, seine Frau und die Kassiererin in dem Nachtclub beäugt das mehr als kritisch, mehr als kleine Stiche kann sie sich aber nicht erlauben.

Es sieht für Célita also gar nicht so schlecht aus – bis zu diesem Nachmittag.

An diesem bewußten Nachmittag taucht im Club ein Mädel aus der Provinz aus – Maud Leroy – und ersucht um einen Auftritt in dem Club. Dem Wunsch gibt der Chef statt, und Célita, die die Szene aus dem Hintergrund, aus dem verborgenen beobachtet hatte, beschleicht eine Ahnung, dass das junge, gerade neunzehn Jahre alte Mädchen eine Gefahr sein könnte. Am Abend stellt sich diese Vermutung als gar nicht so unrichtig heraus: Maud verzaubert mit ihrem ersten Auftritt die Mannswelt und auch den Chef. Nicht, dass es eine professionelle Show gewesen wäre, sie verzaubert durch ihre Naivität und ihre Ungeschicklichkeit.

Célita ist von Anfang an darauf aus, sich zu wehren. Sie kämpft um »ihren« Léon und in diesem Kampf bildet sie merkwürdige Koalitionen. Zum ersten verbessert sich das Verhältnis zu Florence (der Chefin) erheblich, zum anderen verscherzt sie es sich ziemlich arg mit ihren anderen Kollegen, da sie nicht davor zurückscheut, die Neue bei der Polizei anzuschwärzen.

Aber selbst, als diese Missverständnisse aus der Welt geräumt sind, sie ihren Frieden mit den Kolleginnen und auch (diplomatischerweise) Maud geschlossen hat, hat sie die Fäden nicht mehr in der Hand. Célita – 32 Jahre alt – wollte Léon als ihren Mann: jetzt will Léon aber nicht mehr sie, sondern ist ganz versessen auf Maud. Die sich ihrerseits Vorteile erarbeitet, zum Beispiel, dass sie nicht mehr als Animierdame arbeiten muss, pünktlich zu ihrer Vorstellung kommt und zu dieser abgeholt und auch wieder weggebracht wird. Das sie in einem Appartement wohnt, welches wohl der Clubbesitzer bezahlt, ist noch ein Sahnehäubchen.

Da kommt es zu der nächsten Katastrophe: Florence erkrankt, Léon hat freie Bahn und nach und nach verabschieden sich die Kolleginnen von Célita. Bei all dem Katastrophen hilft auch nicht das schöne Wetter der Côte d’Azur und das mondäne Leben von Cannes, die Laune zu verbessern.

Was ist der Roman? Eine einfache Schilderung, wie die Lebensplanung einer starken Frau aus den Händen gerissen wird, durch jemand, der sich eine Karriere durch Betten erarbeitet. Zurückbleiben jede Menge Opfer…

Deutschsprachige Ausgaben

3 Ausgaben - erste Ausgabe: 1986 - letzte Ausgabe: 2018

1986

Striptease
Diogenes (detebe 21481)
Übersetzung: Angela von Hagen

2005

Striptease
Diogenes (detebe 21481)
Übersetzung: Angela Glas

2018

Striptease
Hoffmann und Campe
Übersetzung: Sophia Marzolff
Nachwort: Ulrich Wickert

Cinema & TV

Strip-tease
1962 - Frankreich/Italien
ein Film von Jacques Potrenaud
produziert von Jules Borkon

Strip-tease
1987 - Frankreich
ein Film von Michel Mitrani

Hörspiele & -bücher

Für dieses Werk liegen keine Informationen über Hörspiel- oder -buch-Bearbeitungen vor.