Maigrets Memoiren

Viele glauben die Wahrheit über Maigret zu wissen, allen voran die Journalisten, die die Fälle von Maigret auf Schritt und Tritt begleitet haben, das Vorgehen des Kommissar jeder Zeit kritisch kommentiert haben. Die ganze Wahrheit kann aber nur einer sprechen: der Kommissar selbst. Was sind die ganzen Romane und Erzählungen wert, wenn Simenon ungenau und schluderig gearbeitet hat und wichtige Einzelheiten aus dem Leben des Kommissars immer wieder verwechselt hat. Kommissar Maigret schafft endlich Klarheit.

Über die Story


Wenn es etwas wie ein Lexikon über Maigrets gibt, dann ist es diese Erzählung. Hier räumt Maigret persönlich mit allen Ungereimtheiten auf, die uns Simenon über die Jahre mit seinen Meistererzählungen beschert hat. Leider wurden die Erzählung Anfang der fünfziger Jahre geschrieben und es blieben Simenon noch zwanzig Jahre Zeit, neue Verwirrungen zu schaffen. Er hat die Zeit auch reichlich genutzt.

Es ist und bleibt aber eines der besten Bücher, die Simenon uns hinterlassen hat. Der Schriftsteller hat erkannt, das Maigret schon zu dieser Zeit zu einem Mythos wurde und hat eine (Auto)Biographie verfasst, die mit dem Leben und Sein des Kommissars sehr ironisch umgeht.

Das Buch hat in dem Sinne keine Handlung, der Kommissar schreibt, so hat man das Gefühl, auch einfach drauf los. So wird auf den ersten Seiten beschrieben, wie er den jungen Schriftsteller kennenlernt, der ihn zu einer Romanfigur »verwursten« will. George Sim nennt er sich und hat im folgenden großen Erfolg mit seinen Büchern und macht den Namen Maigret weltbekannt.

Von diesem Thema schwenkt er zu den Ungereimtheiten, die der Kommissar in den Büchern entdeckt hat (denn er liest sie offenbar), um dann aus seiner Kindheit zu erzählen. Er berichtet ausführlich über das Schicksal seines Vaters, welches natürlich entscheidend auch sein Erwachsenwerden beeinflusst hat. Von dem beginnenden Studium über den Eintritt bei der Polizei bis hin zum Kennenlernen seiner Frau, wird jedes Thema ausführlich ausgeleuchtet.

Natürlich ist das Buch auch eine Sammlung von Geschichten, die der Kommissar erlebt hat und die in den Erzählungen Simenons nie Niederschlag gefunden haben.

Gibt es etwas, was man abschließend zu dem Buch schreiben könnte? Ja! Jeder Maigret Liebhaber muss das Buch gelesen haben.

Deutschsprachige Ausgaben

8 Ausgaben - erste Ausgabe: 1963 - letzte Ausgabe: 2018

1963

Maigrets Memoiren
Kiepenheuer & Witsch (K73)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

1972

Maigrets Memoiren
Heyne (K73)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

1978

Maigrets Memoiren
Diogenes (detebe 155/VII)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

1983

Maigrets Memoiren
Edito-Service
Übersetzung: Roswitha Plancherel

1990

Maigrets Memoiren
Diogenes (detebe 20507)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

2004

Maigrets Memoiren
Weltbild (18)
Maigret-Sammleredition – Band 18
Übersetzung: Roswitha Plancherel

2008

Maigrets Memoiren
Diogenes (detebe 23835 (MA 35))
Maigret-Werkausgabe – Band 35
Übersetzung: Roswitha Plancherel

2018

Maigrets Memoiren
Kampa
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Cinema & TV

Für dieses Werk liegen keine Informationen über Verfilmungen vor.

Hörspiele & -bücher

Maigrets Memoiren
1983 - BR
von Gerhard Aberle

Maigrets Memoiren
2018 - Der Audio Verlag
mit Walter Kreye