Müsste das literarische Heimatrevier Simenons benannt werden, dann wären es wohl die Schicksalsromane. Menschen geraten in Konstellationen, aus denen es offenbar keinen Ausweg gibt — und das meist nicht wegen äußerer Umstände. Sie liegen in ihrer eigenen Natur begründet. Hinzu kommt das, was wir gern Fügung nennen. Genau genommen sind auch viele der Maigret-Romane Schicksalsgeschichten – nur dass Maigret sie entblättert.
Action und Horror, das sind die beiden Genres, die Simenon in den vielen Jahren nicht bespielt hat. Und für Young Adult war er zu früh geboren. Ansonsten hat er über die Jahrzehnte ein weites Spektrum bedient, unter anderem in den 1920er- und 1930er-Jahren auch das Feld der Abenteuerromane. Dass klassische Fans des Genres dabei Befriedigung finden werden, ist eher zweifelhaft. Simenon-Liebhaber hingegen werden die Ausflüge interessant finden.
Mit der Liebe ist das bei Simenon so eine Sache. Zu behaupten, dass der Belgier dieses Thema in seinen Romanen nicht thematisiert habe, würde es nicht treffen. Galante und leichte Stoffe sollten sich Leser:innen jedoch nicht erwarten. Die Liebesromane, die er in den 1920er-Jahren unter diversen Pseudonymen als Massenware schrieb, mögen seinen Stil geformt haben – aber eine gewisse Distanzierung ist hier schon zu verspüren.
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