Bildnachweis: –
Originaltitel-Problematik
Irgendwann muss ich mich an den zweiten Teil der Bibliografie machen – die Roman Durs. Fiel mir vor Kurzem vor dem Schlafen gehen ein. Ich hatte schon angefangen, aber warum hatte ich aufgehört? Richtig, die Frage der Sortierung. Nachdem das gelöst war, fiel mir auf, dass die Originaltitel inkonsistent waren. Mal »Le fils«, mal »Le Train« – gab es da verbindliche Regeln?
Meine Vermutung: Ich drehe mich im Kreis. Übernommen sicher aus irgendeiner Bibliografie oder aus dem Buchtitel selbst, nehme ich mir den Originaltitel dann wieder vor, wenn ich ihn irgendwo in einer anderen Schreibweise sehe. Das geschieht in der Annahme, dass ich einen Fehler gemacht habe.
Die Wahrheit ist jedoch: Habe ich gar nicht. Denn wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass man sich auf nichts verlassen kann. Natürlich gibt es eine Regel und die lautet: Beginnt ein Titel mit einem bestimmten Artikel (le, la, les), dann wird das erste Substantiv nach dem Artikel großgeschrieben – und ein eventuell davor stehendes Adjektiv ebenfalls (also: Le Petit Saint). Beginnt der Titel dagegen mit einem unbestimmten Artikel, einer Präposition oder einem Possessivpronomen, bleibt nur der Artikel bzw. das erste Wort groß, der Rest klein – außer bei Eigennamen (Une erreur de Maigret).
Problem: Diese Standardregel wird von Hausregeln ignoriert, die von einzelnen Verlagen aufgestellt werden und/oder sie hängen am Gusto derjenigen, die über einen Titel schreiben. Oder es ist schlicht egal.
Um aus dieser Schleife der Korrekturen herauszukommen, habe gelten für die Webseite und die Bibliografie folgende Regeln:
Titel mit bestimmtem Artikel (Le, La, Les, L’)
- Der Artikel selbst wird großgeschrieben.
- Das erste Substantiv nach dem Artikel wird großgeschrieben.
- Ein vorangestelltes Adjektiv zwischen Artikel und Substantiv wird ebenfalls großgeschrieben (La Vieille Dame de Bayeux, Le Petit Homme d'Arkhangelsk).
- Ein Zahlwort zwischen Artikel und Substantiv wird wie ein vorangestelltes Adjektiv behandelt, also ebenfalls groß (Les Trois Bateaux de la Calanque).
- Nachgestellte Adjektive bleiben klein (La Chambre bleue, Le Cheval blanc, L’Âne rouge).
- Ist der Titel nur Artikel + substantiviertes Adjektiv, wird dieses großgeschrieben, aber nichts Weiteres (La Vieille, Le Petit Saint).
- Alle weiteren Wörter im Titel folgen der normalen französischen Orthographie (Eigennamen groß, alles andere klein).
Titel mit unbestimmtem Artikel, Präposition, Possessivum etc.
- Nur das erste Wort wird großgeschrieben, unabhängig von der Wortart.
- Der Rest folgt der normalen Orthographie (Un crime en Hollande, Chez les Flamands, Mon ami Maigret).
Titel ohne Artikel
Nur das erste Wort wird großgeschrieben (Feux rouges, Signé Picpus, Long cours, Dimanche).
Doppeltitel mit ou
Der zweite Teil nach ou wird typographisch wie ein eigenständiger Titel behandelt. Die Regeln oben gelten dann für beide Teile getrennt.
Typographische Zeichen
- Für den Apostroph wird durchgängig das typographisch korrekte Zeichen verwendet: ’ (U+2019, RIGHT SINGLE QUOTATION MARK), nicht der gerade ASCII-Apostroph '.
- Akzente auf Großbuchstaben werden gesetzt: L’Énigme, nicht L’Enigme; L’Évadé, nicht L’Evadé
Im Zuge der Überarbeitung der Datenbank wurde auch darauf gearbeitet, dass in den Buchtiteln die Akzente richtig angewendet werden. Für bestehende Artikel gilt das nicht. Fallen hier Ungereimtheiten auf, dann bitten wir das zu entschuldigen – nachgearbeitet wird in diesem Fall nicht gezielt.


Dieses umfassende Werk vereint detaillierte Informationen über Simenons Werk, und ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Sammler und Fans. Der erste Band der Simenon-Bibliografie – über die Maigret-Ausgaben – erschien am 31. Mai 2024.