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Maigret und sein Toter

Maigret unterhält sich gerade mit einer Witwe, die der Meinung ist, dass jeder, der sie kennt – bis auf ihren verstorbenen Mann, dem Minister und Maigret -, sie vergiften will, als er einen Anruf von einem Mann erhält, der sehr gehetzt wird.

»Entschuldigen Sie… Mein Name würde Ihnen nichts sagen. Sie kennen mich nicht, aber Sie haben meine Frau gekannt, Nine… Hallo! Ich muss Ihnen alles erzählen, ganz schnell, weil er vielleicht hier herkommt.«
Maigret dachte zuerst: »Na so was! Noch ein Verrückter. Es gibt solche Tage…«
Es war ihm aufgefallen, dass die Verrückten ihm allgemeinen serienweise auftreten, als stünden sie unter dem Einfluss des Mondes. Er nahm sich vor, gleich hinterher im Kalender nachzusehen.

Abbildungen zu »Maigret und sein Toter« (insgesamt: 6)
Maigret und sein Toter - detebe 23829 (MA 29) - 2008 Maigret et son mort - Frankreich Maigret und sein Toter - Kiepenheuer & Witsch – 1954

Der Mann erzählt ihm, dass er von mehreren Unbekannten verfolgt würde. Das Gespräch wird nicht beendet, Nines Mann hängt auf. Das Gehetzte in der Stimme des Mannes, stimmt Maigret, obwohl er sich an eine Nine nicht erinnern kann, sehr nachdenklich. Er schickt Janvier in das Bistro, aus dem der Unbekannte sich gemeldet hatte, und gibt ihm den Auftrag, herauszufinden, ob dem Mann wirklich jemand gefolgt ist.

Kurze Zeit später – Maigret interviewt immer noch die vom Vergiftungstod bedrohte Dame – meldet sich Janvier: er bestätigt die Aussage des Unbekannten. In das Bistro kam ein Mann, woraufhin der Verfolgte zur Tür hinausstürzte und von dem Mann verfolgt wurde. Der Verfolgte sah in den Augen des Wirtes nicht wie ein Gangster aus, eher unauffällig, um die vierzig und nicht sehr groß.

Dieser meldet sich über den ganzen Nachmittag aus irgendwelchen Bistros und Restaurants, und muss Maigret mitteilen, dass er mittlerweile mehrere Verfolger auf dem Fersen hätte. Am späten Nachmittag verstummen die Hilferufe.

Er schlief vor seiner Frau ein – sie behauptete es wenigstens, genau wie sie immer behauptete, dass er schnarche -, und der Wecker auf dem Nachttisch zeigte auf zwei Uhr zwanzig, als ihn das Telefon aus dem Schlaf riss. Es war Lucas.
»Ich störe Sie vielleicht umsonst, Chef. Die Wache von der Notrufzentrale hat mich gerade angerufen, an der Place de la Concorde sei ein Mann tot aufgefunden worden. Beim Quai des Tuileries. Es betrifft also das 1. Arrondissement. Ich habe das Kommissariat angerufen und gebeten, man solle alles unverändert lassen… Wie? ... Gut. Wenn Sie wollen… Ich schicke Ihnen ein Taxi.«
Seufzend beobachtete Madame Maigret, wie ihr Mann in die Hose schlüpfte und das Hemd suchte.

Man fand ihn in der Mitte des Platzes, erstochen. Jemand hatte sich die Mühe gemacht, den Toten auf dem Platz, der auch nachts sehr belebt ist, abzulegen. Ermordet wurde er woanders. Und immer noch steht Maigret vor dem Problem, dass er fast nichts von dem Mann weiß. Er weiß, dass der Mann Nines, der ihn am Nachmittag flehentlich gebeten hatte, ihm zu helfen, nun tot auf dem Place de la Concorde lag. Er wusste immer noch nicht, wer Nine war und wer der Tote war. Es war kein bekanntes Gesicht aus der Unterwelt von Paris, keiner von denen, die Maigret schon einmal verhört oder festgenommen hatte.

Die Pariser Zeitungen bringen am folgenden Tag ein Bild des Toten, der einigermaßen zurechtgemacht wurde – wie man einen Toten, der erstochen wurde und dem danach (!) der Schädel zertrümmert wurde, zurechtmachen kann. Das Glück ist Maigret am Anfang nicht hold, und so meldet sich erst nach geraumer Zeit eine Frau, die den Toten zu erkennen glaubt. Aber Unglück im Glück: die Frau ist Wahrsagerin. Immerhin führt sie Maigret auf die richtige Fährte.

Damit fängt die Erzählung eigentlich erst richtig an: Maigret wird Schwiegervater eines Polizistenwirtes, ein Mann wird verfolgt und dann vor den Augen eines Inspektors niedergeschossen, eine Razzia findet statt, bei der man in einem Hotel eine Frau findet, die in den Wehen liegt und um die sich keiner kümmert. Der dazugehörige Hotelier entschließt sich nach langem Zögern, zu offenbaren, was es mit einer Gruppe von Ausländern auf sich hat, die nach Ausflügen aufs Land auf großem Fuße lebt. Die Antwort, warum Nines Mann verfolgt wurde und auf dem Place de la Concorde landete, findet Maigret - und mit ihm der Leser – aber erst ganz am Schluss.

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fakten Fakten

Originaltitel:

Maigret et son mort

Entstehungsjahr:

1947 (Dezember)

Erscheinungsjahr:

1948

Entstehungsort:

Tucson

Verlag:

Presses de la Cité

cinema und tv Cinema & TV

The Winning Ticket
[Maigret und sein Toter]
1961 - Großbritannien
ein Film von Harold Clayton
produziert von Andrew Osborn
mit Rupert Davies [Maigret]

Maigret et son mort
[Maigret und der anonyme Anrufer]
1970 - Frankreich
ein Film von Claude Barma
mit Jean Richard [Maigret]

Fuer die Ohren Für die Ohren

Maigret und sein Toter
1955 - NWDR
von Raoul Wolfgang Schnell

verschlagwortet Verschlagwortet

 

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»Pardon, Madame ...«
Nach minutenlangem, geduldigem Bemühen gelang es Maigret endlich, seine Besucherin zu unterbrechen.
»Sie behaupten also, dass Ihre Tochter Sie langsam vergiftet?«
»Ja, das stimmt.«
»Gerade vorhin haben Sie mir aber nicht weniger bestimmt versichert, dass Ihr Schwiegersohn immer im Korridor dem Mädchen auflauert, um heimlich Gift in Ihren Kaffee oder einen Ihrer zahlreichen Gesundheitstees zu schütten.«
»Auch das ist richtig.«
»Ja, aber…«, er blickte auf seine Notizen, die er sich im Laufe der schon mehr als einstündigen Unterhaltung gemacht hatte, oder er tat zumindest so, als blicke er darauf, »... am Anfang haben Sie mir erzählt, dass Ihre Tochter und ihr Mann einander hassen.«

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13 Ausgaben - erste Ausgabe: 1954 - letzte Ausgabe: 2008

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Maigret und sein Toter
in »Maigret lässt nicht locker«
Europäischer Buchklub

Maigret und sein Toter / Kiepenheuer & Witsch

1954

Maigret und sein Toter
Kiepenheuer & Witsch (Kiwi-Taschenbücher 12)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Maigret und sein Toter / Kiepenheuer & Witsch

1954

Maigret und sein Toter
Kiepenheuer & Witsch (K2)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Maigret und sein Toter / Bücherbote, Unkel

1955

Maigret und sein Toter
Bücherbote, Unkel
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1958

Maigret und sein Toter
in »Maigret und sein Toter/Hier irrt Maigret«
Buchgemeinschaft Donauland (Wien)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1960

Maigret und sein Toter
in »Maigret lässt nicht locker«
Ex Libris

Kein Cover vorhanden

1963

Maigret und sein Toter
in »Maigret und sein Toter/Hier irrt Maigret/Maigret als möblierter Herr«
Büchergilde Gutenberg
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1966

Maigret und sein Toter
Heyne (K2)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1973

Maigret und sein Toter
in »Maigret und der Mann auf der Bank/Maigret und sein Toter/Maigret und die alte Dame«
Verlag Buch und Welt
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1981

Maigret und sein Toter
Diogenes (detebe 155/XXII)
Übersetzung: Elfriede Riegler

Kein Cover vorhanden

1983

Maigret und sein Toter
Edito-Service
Übersetzung: Elfriede Riegler

Kein Cover vorhanden

1992

Maigret und sein Toter
Diogenes (detebe 20810)
Übersetzung: Elfriede Riegler

Maigret und sein Toter / Diogenes

2008

Maigret und sein Toter
Diogenes (detebe 23829 (MA 29))
Übersetzung: Elfriede Riegler