Quai des Orfévres > Romane > Maigret

suchen | registrieren | anmelden | das lädchen | forum | kontakt

Madame Maigrets Freundin

Madame Maigret war auf dem Weg zum Zahnarzt. Der Zahnarzt wurde ihr von einer guten Bekannten ans Herz gelegt und so nimmt Madame Maigret jeden Montagmorgen die Fahrzeit von über einer Stunde in Kauf. Hinzu kommt, dass sie sich angewöhnt hat, die Zeit vor ihrem Termin in einem Park vor der Praxis zu verbringen. Dabei hatte sie eine junge Frau und ihr Kind kennen gelernt.

Eines Tages bittet die Fremde Madame Maigret doch eine kleine Weile auf das Kind aufzupassen. Madame Maigret – die keine eigene Kinder hatte – war bereit, für kurze Zeit die Ersatzmutter zu spielen. Das Problem war nur, dass sie mit dem Kind sitzen gelassen wurde. Während sie mit dem – mittlerweile quengelnden – Kind im Park saß, verstrich ihr Zahnarzttermin und das Huhn im Topf zu Hause hatte wohl auch einen nichtservierbaren Zustand angenommen. Beides harte Schläge für Madame Maigret – Unpünktlichkeit war ein Graus für sie, einen Termin zu verpassen fast undenkbar, und sie pflegte zu Hause zu sein, wenn ihr Mann zum Mittag kam. Fast zwei Stunden saß sie im Park, bis sich die Frau bemühte, ihr Kind abzuholen.

Abbildungen zu »Madame Maigrets Freundin« (insgesamt: 11)
Madame Maigrets Freundin - Maigret-Gesamtausgabe Band 34 (Diogenes, 2008) Madame Maigrets Freundin - Diogenes – 2/2006 L'amie de Madame Maigret - Frankreich – 1999 – LGF

»Ich weiß überhaupt nichts, außer dass ich nicht zum Zahnarzt gehen konnte, dass mein schönes Huhn verbrannt ist und dass du hier am leeren Tisch sitzt und Käse isst wie ein ... wie ein ...«
Da ihr kein passendes Wort einfiel, brach sie in Tränen aus. Schluchzend lief sie ins Schlafzimmer, um sich umzuziehen.

Eine Leiche im Heizkeller

Während seine Frau mit den harten Schicksalsschlägen zu kämpfen hat, wird Maigret das Ziel einer Pressekampagne. Der Rechtsanwalt Philippe Liotard versucht auf diese Art und Weise, seinen Mandanten aus der Haft freizubekommen. Dieser - Frans Steuvels - war unter dem Verdacht des Mordes festgenommen, in seinem Heizofen hatte man Überreste eine männlichen Leiche gefunden. Steuvel – der von allen als ein ruhiger, zurückgezogener Mann beschrieben wird – bestreitet alles, nur lassen sich menschliche Rückstände im Heizofen schlecht als Zufall bezeichnen.

Es begann damit, dass am Quai ein Brief – anonym selbstverständlich – eintraf, in dem daraufhingewiesen wurde, dass Buchbinder an der Rue de Turenne (Steuvel) eine Leiche verbrannt hätte. Maigret schickt daraufhin Lapointe zu dem Buchbinder, um die Geschichte zu überprüfen. Bei der Untersuchung, bei der sich Lapointe als Gesundheitsinspektor ausgibt (was ja durchaus nicht falsch ist), stößt er auf einen Koffer, der sehr schwer und sehr verdächtig ist. Lucas, der später die Hausdurchsuchung vornimmt, findet diesen Koffer nicht mehr vor – dafür aber die Rest im Ofen.

Während Steuvels Rechtsanwalt der Pariser Presse erklärt: »Von der sogenannten Unfehlbarkeit des Kommissar Maigret haben wir jetzt reichlich genug.«, untersucht dieser die Aussage der Frau Steuvels, die behauptet, sie hätte vor der Entdeckung der Tat ein Telegramm aus Concarneau bekommen, dass ihre Mutter schwer erkrankt sei. Das dies nicht stimme, davon habe sie sich vor Ort überzeugen können. Das sie dieses Telegramm bekommen hat, konnte Torrence in Concarneau bestätigen. Nur wer es aufgegeben hatte, blieb ein Rätsel.

Maigret entschließt sich, dem Untersuchungsrichter zu empfehlen, den Buchbinder weiter in Haft zu behalten.

Die Entdeckung

Der Kommissar hatte seinen engsten Vertrauten von Madame Maigrets Abenteuer erzählt. Erstaunt muss er am nächsten Tag die Geschichte unter der Überschrift »Madame Maigrets Missgeschick« in der Zeitung lesen. Lucas, der bei der Erzählung Maigrets dabeigewesen war, ist empört – es gab einen Maulwurf unter ihnen. Jetzt Maigret auch klar, warum sich die Presse und der Rechtsanwalt Steuvels in diesem Fall so außerordentlich gut informiert waren: die Informationen stammten aus dem inneren Kreis der Kriminalpolizei.

Die Spur führt zu Lapointe, der bei den Gesprächen anwesend ist. Maigret sucht in ihn zu dringen, der kleine und unerfahrene Inspektor kann sich aber nicht erinnern, mit irgendjemanden von der Presse oder einem Privatdetektiv gesprochen zu haben. Nur gegenüber seiner Schwester erwähnt er ab und zu mal ein paar Sachen…

Madame Steuvel, die jeden Tag in das Gefängnis zu ihrem Mann fährt, berichtet dem Kommissar aufgeregt, dass auf dem Weg ins Gefängnis jemand versucht hat, dass Essen, dass sie ihrem Mann mitnimmt, zu vergiften. Sie habe deutlich bemerkt, wie jemand sich an den Behältern zu schaffen machte und sobald sie es bemerkte, habe er die Gefäße umgestoßen.

Die Sache wird immer verworrener. Madame Maigret fängt unterdessen an, ihre Blamage aufzuarbeiten und Ermittlungen auf eigene Faust zu führen.

Drucken

fakten Fakten

Originaltitel:

L'amie de Madame Maigret

Entstehungsjahr:

1949 (22. Dezember)

Erscheinungsjahr:

1950

Entstehungsort:

Carmel

Verlag:

Presses de la Cité

cinema und tv Cinema & TV

The White Hat
[Frau Maigret als Detektiv]
1962 - Großbritannien
ein Film von Gerard Glaister
produziert von Andrew Osborn
mit Rupert Davies [Maigret]

L'amie de Madame Maigret
[Die Freundin von Madame Maigret]
1977 - Frankreich
ein Film von Marcel Cravenne
mit Jean Richard [Maigret]

 

Schaukasten

Erste Worte

Meinungen (0)

Biblio

Im Augenblick keine Ergebnisse.

Das Huhn war aufgesetzt, mit einer schönen roten Karotte, einer großen Zwiebel und einem Strauß Petersilie, dessen Stiele aus dem Topf ragten. Madame Maigret bückte sich, um sich zu vergewissern, dass die heruntergeschraubte Gasflamme nicht erlöschen konnte. Dann schloss sie alle Fenster bis auf jenes im Schlafzimmer, überlegte, ob sie nichts vergessen hatte, warf einen Blick in den Spiegel und verließ befriedigt die Wohnung. Sie schloß die Tür ab und steckte den Schlüssel in die Handtasche.

Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.

Was meinen Sie?

12 Ausgaben - erste Ausgabe: 1954 - letzte Ausgabe: 2008

Kein Cover vorhanden

[0000]

Frau Maigret als Detektiv
in »Kommissar Maigret in Nöten«
Europäischer Buchklub

Frau Maigret als Detektiv / Kiepenheuer & Witsch

1954

Frau Maigret als Detektiv
Kiepenheuer & Witsch (K5)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Frau Maigret als Detektiv / Kiepenheuer & Witsch

1954

Frau Maigret als Detektiv
Kiepenheuer & Witsch (Kiwi-Taschenbücher 19)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1955

Frau Maigret als Detektiv
Bücherbote, Unkel
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

[1958]

Frau Maigret als Detektiv
in »Maigret und die Tänzerin Arlette/Frau Maigret als Detektiv«
Buchgemeinschaft Donauland
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1961

Frau Maigret als Detektiv
in »Kommissar Maigret in Nöten«
Ex Libris

Kein Cover vorhanden

1966

Frau Maigret als Detektiv
Heyne (K5)
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1979

Madame Maigrets Freundin
Diogenes (detebe 155/XIV)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

Kein Cover vorhanden

1983

Madame Maigrets Freundin
Edito-Service
Übersetzung: Roswitha Plancherel

Kein Cover vorhanden

1986

Madame Maigrets Freundin
Diogenes (detebe 20713)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

Madame Maigrets Freundin / Diogenes

2006

Madame Maigrets Freundin
Diogenes (detebe 20713)
Übersetzung: Roswitha Plancherel

Madame Maigrets Freundin / Diogenes

2008

Madame Maigrets Freundin
Diogenes (detebe 23834 (MA 34))
Übersetzung: Roswitha Plancherel