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Eine Frau schrie um Hilfe

Wenn die Reihenfolge in meinem Buch stimmt, dass ist dies die dritte Erzählung aus der »Kleine Doktor«-Reihe. Dollent hat langsam Geschmack an der Welt der Verbrechen gefunden und kann es kaum erwarten, den nächsten Fall zu lösen. Noch hält ihn sein Pflichtgefühl ein wenig ab, sofort loszustürzen, denn er muss da sein, wenn Geburten in Haus stehen oder traurigere Ereignisse zu erwarten sind.

Dieser Fall beschäftigt ihn aber schon seit zwei Wochen und es wurmt Dollent, dass er ihn über Zeitungsberichte verfolgen kann. So ist, wenn er von seinen Hausbesuchen zurückkehrt die erste Frage:

»Hat man die Leiche gefunden, Anna?«

Anna betrachtet diese Passion ihres Arbeitgebers mit großer Skepsis und ist der Meinung, der Doktor sollte sich lieber um die Lebenden statt um die Toten kümmern. Aber die Rätsel der Lebenden interessieren den kleinen Doktor nicht so sehr. Er hat Blut geleckt.

Als eine Leiche gefunden wird und er entdeckt, dass es nicht die Leiche ist, die er vermutet hatte, hielt ihn nichts mehr in Marsilly. Aber was war passiert?

Ein Tankwart kam zur Polizei und erzählte, dass am Vorabend ein Auto spät in er Nacht bei ihm getankt hatte. Er wurde anständig bezahlt – heißt in Frankreich auch mit einem angemessenen Trinkgeld – und das Auto düste fort. Ihm war aber so, als ob er die Stimme einer Frau gehört hatte, die nach Hilfe rief. Da war der gute Tankwart natürlich beunruhigt, hatte aber der Polizei auch etwas vorzuweisen: ein Kennzeichen. Der Besitzer des Kennzeichens war mehr als pikiert und meinte, sie wären bei Freunden gewesen und erst weit nach Mitternacht mit ihrem Auto nach Hause gefahren. Aber dann stellt die Frau am nächsten Tag fest, dass sie vor der letzten Fahrt kaum Benzin im Tank hatten und jetzt war der Tank plötzlich voll. Also war es doch der Wagen gewesen – mit anderen Personen als den Besitzern drin und so wurde auch der Polizei klar, dass die Geschichte etwas mysteriös war.

Da fand die Polizei einen Toten und hatte fortan einen Mörder zu suchen und, jetzt ist schwer zu sagen, ob das nicht vielleicht noch schlimmer war, den kleinen Doktor am Hals.

Der taucht prompt am Tatort auf und versucht sich Zutritt zu verschaffen. Ein Gendarm hindert ihn daran, ohne allerdings eine kleine Information preiszugeben: wenn er zur Polizei oder Presse gehören würde, dann könnte er dadurch. Polizei fiel für den kleinen Doktor aus, die Chance hatte er vermasselt, aber bei der Presse, da ließ sich schon eher was machen. Er schaute sich eine Pressegruppe aus, gesellte sich zu ihnen, nahm ein Beleuchtungsständer und marschierte zum Tatort.

Fortan nahm er an den Ermittlungen teil, was dem Kommissar überhaupt nicht gefiel. Dollent ließ sich dadurch nicht beirren, wo er doch in dem Staatsanwalt einen Verehrer für seine Methoden fand.

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fakten Fakten

Originaltitel:

Une femme a crié

Entstehungsjahr:

1938 (Frühling)

Erscheinungsjahr:

1943

Entstehungsort:

La Rochelle

Verlag:

Gallimard

cinema und tv Cinema & TV

Mord im Moor
1974 - Deutschland
ein Film von Wolfgang Becker
mit Peer Schmidt [Dr. Dollent]

Une femme a crié
1986 - Frankreich
ein Film von Eric Le Hung

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2 Ausgaben - erste Ausgabe: 1977 - letzte Ausgabe: 2003

Kein Cover vorhanden

1977

Eine Frau schrie um Hilfe
in »Der kleine Doktor«
Kiepenheuer & Witsch
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

2003

Der Hilfeschrei
in »du«

Übersetzung: Linde Birk