Roter Heller

Roter Heller


Es ist wirklich nicht so, dass ich in der Mittagspause zu meinem Kollegen sagen würde: »Ich habe keinen roten Heller mehr in der Tasche, lass uns beim Geldautomaten vorbeischauen.« Vielmehr würde ich wohl von »Geld« sprechen oder von »Pfennig«, oder wenn ich mich ganz modern geben möchte, spreche ich auch von »Cent«, aber das ich den Begriff »Heller« nehmen würde, wie Billy, das ist sehr unwahrscheinlich.

Ich verstehe, was gemeint ist, wenn ich es lese (denn in meiner Umgebung sagt das auch keiner), aber ich habe mich bis heute Morgen noch nie gefragt, was denn genau damit gemeint ist. Also schlug ich es kurz nach und lernte, dass ein Heller eine Silber-Münze war, die erstmals Ende des 12. Jahrhunderts unter Kaiser Friedrich I. geprägt worden ist. Der Prägeort war das heutige Schwäbisch Hall und früher hieß er auch Haller oder Häller, womit auch klar sein dürfte, warum er so heißt, wie er heißt. Wenn man von einem roten Heller spricht, so hat das mitnichten zu tun, dass man Schulden auch gern in roter Farbe markiert, sondern vielmehr, dass man später der Münze Kupfer zugab, womit sie zum einen diese Farbe annahm wie auch an Wert verlor.

Die Münze war in Süd- und West-Deutschland sehr verbreitet, weshalb sich im Anschluss die Frage stellte, warum der Enkel von Madame Antoine de Caramé der Meinung war, von einem Heller zu sprechen. Die Bezeichnung »Sou« wäre doch viel angemessener gewesen und hätte man vermutlich hierzulande genauso gut verstanden und würde besser zum Herkunftsland passen.

Was beweist uns das? Das ich recht leicht abzulenken bin und etwas pedantisch bin.