Hotel Simenon


Eine hübsche Idee wäre es, so man im Lotto gewonnen hat und gleichzeitig noch Simenon-Liebhaber ist, ein größeres Haus in Lüttich zu kaufen, es ordentlich zu renovieren, die Zimmer nach Motiven aus den Romanen des großen Schriftsteller-Sohns dieser Stadt zu gestalten und dann – Tusch! – dieses Etablissement als »Hotel Simenon« zu eröffnen. Was für eine grandiose Idee!

Ich verrate Ihnen was: Warten Sie damit noch 37 Jahre.

Ein paar Jahre nach dem Tod des Schriftstellers, sehr lang kann das nicht gewesen sein, hatte ein Pärchen in Lüttich nämlich diese Idee und wurde pünktlich zum hundersten Geburtstags von Simenon von einem Gericht verurteilt, Referenzen jeglicher Art zu unterlassen. Damit hatte es sich mit dem Namen des Hotels und auch mit den Zimmer, die nach Geschichten von Simenon benannt worden waren und deren Ausstattung sich auch liebevoll danach richtete.

Die Besitzer waren fassungslos, was gewiss jeder versteht. Aber Geschäft ist halt Geschäft und für das ist John Simenon zuständig.

Mir fiel dieser Tage ein Flyer in die Hände, der zeigt, wie lauschig die Zimmer waren. Was für eine nette Idee in der Stadt begraben wurde, die es bis zu heutigen Tag nicht geschafft hat, einem ihrer bedeutendsten Söhne ein Museum zu schaffen.