Valérie geht fort

Valérie ist Single, so würde man heute sagen. Aber der Typ von aufopferungsvoller Single, den man heute in Valéries Ausprägung nicht sehr häufig antrifft. Valérie betreibt einen kleinen Lebensmittelladen in einem Ort, der aus ein paar Häusern und einer Kreuzung besteht. Sie hat für den Lebensmittelladen und die Pflege ihrer Mutter, die bettlägerig und pflegebedürftig ist, ihr Leben hingegeben. Ihr Geschwister haben (fast alle) mehr aus ihrem Leben gemacht.

Über die Story


Valérie ist Single, so würde man heute sagen. Aber der Typ von aufopferungsvoller Single, den man heute in Valéries Ausprägung nicht sehr häufig antrifft. Valérie betreibt einen kleinen Lebensmittelladen in einem Ort, der aus ein paar Häusern und einer Kreuzung besteht. Sie hat für den Lebensmittelladen und die Pflege ihrer Mutter, die bettlägerig und pflegebedürftig ist, ihr Leben hingegeben. Ihr Geschwister haben (fast alle) mehr aus ihrem Leben gemacht.

Unmöglich, Ninie, die Kleine von nebenan, daran zu hindern, dass sie zum Spielen in den Laden kam und den abgetrennten Puppenkopf ohne Schädeldecke und Augen herumliegen ließ... Valérie warf ihn wütend zu Boden. In diesem Augenblick begannen ihre Frostbeulen in den drückenden Schuhen schrecklich zu schmerzen, und wenn sie an die zwei Kilometer dachte…
Der Puppenkopf rollte über den zementierten Fußboden und blieb an der Küchentür liegen. Es gab keine Zweifel darüber.

Dann macht sich Valérie auf den für sie beschwerlichen Weg die Besorgungen zu erledigen. Wie es in dem Zitat schon anklingt, machen ihr dabei gerade ihre Frostbeulen sehr zu schaffen und während sie »marschiert« geht ihr immer wieder durch den Kopf, dass sie alles gebrauen könnte, nur nicht eitrige Frostbeulen. Denn ihr hilft keiner, sie muss alles selbst bewältigen.

Als die Frau zu Hause in das Zimmer ihrer Mutter eintritt, ist sie sehr erbost. Sie fängt an die alte Frau auszufragen:

»War es Gérard!« fragte Valérie ungerührt.
»Wie, Gérard?«
»Was hatte er hier zu suchen? Wie ist er hereingekommen?«
»Ich verstehe nicht, was du meinst…«

Die alte Frau ist ratlos. Was will ihre Tochter von ihr? Aber Valérie hat eine Entdeckung gemacht, die sie mehr als erbost.

Trotzdem, der Puppenkopf… um ihn wegzustoßen, musste jemand die Küchentür aufgemacht haben…

Gérard kann es nicht gewesen sein, zu diesem Schluss kommt Valérie, denn die Kasse ist vollständig, kein einziger Francs fehlt. Nun erstrecken sich die Ermittlungen auf die Anwesenden: also die Mutter. Aber die behauptet, nicht laufen zu können, ist bettlägerig. Valérie hat den Verdacht, dass ihre Mutter aufgestanden ist und unterzieht sie einem Verhör. Die Mutter leugnet, aufgestanden zu sein, bettelt, verlangt Respekt.

Valérie sieht sich selber in der Opfer-Rolle und fasst einen Beschluss.

 

Deutschsprachige Ausgaben

Eine Ausgabe

1992

Valérie geht fort
in »Emil und sein Schiff«
Diogenes (detebe 21318)
Übersetzung: Angela von Hagen

Cinema & TV

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Hörspiele & -bücher

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