Action und Horror, das sind die beiden Genres, die Simenon in den vielen Jahren nicht bespielt hat. Und für Young Adult war er zu früh geboren. Ansonsten hat er über die Jahrzehnte ein weites Spektrum bedient, unter anderem in den 1920er- und 1930er-Jahren auch das Feld der Abenteuerromane. Dass klassische Fans des Genres dabei Befriedigung finden werden, ist eher zweifelhaft. Simenon-Liebhaber hingegen werden die Ausflüge interessant finden.
Mit der Liebe ist das bei Simenon so eine Sache. Zu behaupten, dass der Belgier dieses Thema in seinen Romanen nicht thematisiert habe, würde es nicht treffen. Galante und leichte Stoffe sollten sich Leser:innen jedoch nicht erwarten. Die Liebesromane, die er in den 1920er-Jahren unter diversen Pseudonymen als Massenware schrieb, mögen seinen Stil geformt haben – aber eine gewisse Distanzierung ist hier schon zu verspüren.
Vor gut zwei Jahren erschien die französische Comic-Ausgabe von »Der Schnee war schmutzig«. Sie war einerseits ein Zeichen dafür, dass Dargaud nicht daran dachte, das Werk Simenons chronologisch anzugehen und andererseits auch ein Signal, das es keine Berührungsängste bei den Künstlern gab, sich an die schwierigen Stoffe aus dem Fundus zu wagen. Nun ist dieser Band in deutscher Sprache – wiederum bei Carlsen – erschienen. Ein Glücksfall!
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