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Maigret und der gelbe Hund

Concarneau, 23 Uhr, stürmisches und ungemütliches Wetter. Ein stadtbekannter Weingroßhändler verlässt sein Stamm-Café, und macht sich auf den Heimweg. Er schlüpft kurz in einen Hauseingang, um sich eine Zigarette anzuzünden. Ein Schuss fällt, der Mann fällt getroffen zu Boden. Rauchen ist ungesund.

Abbildungen zu »Maigret und der gelbe Hund« (insgesamt: 8)
Maigret und der gelbe Hund - Diogenes - 2008 - Werkausgabe Band 6 Maigret und der gelbe Hund - Diogenes – 8/2003 Maigret und der gelbe Hund - Weltbild – 2004

Kommissar Maigret organisiert in diesem November die Mobile Einsatzbrigade in Rennes neu, und kommandiert sich zu diesem Fall ab.

Maigret stieg natürlich im Hôtel de l’Amiral ab, dem besten der Stadt. Es war fünf Uhr nachmittags, und die Nacht war schon hereingebrochen, als er das Café betrat, einen langgestreckten, ziemlich düsteren Raum mit grauem Fußboden, der mit Sägemehl bestreut war, und mit Marmortischen die durch die grünen Fensterscheiben noch trüber wirkten.
Mehrere Tische waren besetzt. Auf den ersten Blick erkannte man jenen der Stammkundschaft, seriöser Gäste, deren Gespräch die übrigen mitzuhören versuchten.

Einer der Stammgäste – Jean Servières (Journalist) – erhob sich, begrüßte Maigret und stellt die übrigen Teilnehmer der Runde vor.

»Kommen Sie doch, damit ich Ihnen unsere Runde vorstellen kann… Das letzte Fleckchen für lustige Burschen aus Concarneau… Das ist Le Pommeret, der unverbesserliche Schürzenjäger, Rentner von Beruf und Vizekonsul von Dänemark…«
Der Mann, der aufstand und die Hand ausstreckte, war gekleidet wie ein Landjunker: karierte Reiterhosen, eng anliegende Gamaschen ohne auch nur einen Schlammspritzer, Vorhemd mit Krawatte aus weißem Pikee. Er hatte einen hübschen silbrigen Schnurrbart, sorgfältig geglättetes Haar, eine helle Gesichtsfarbe und vom Kupferausschlag rot gezeichnete Wangen.
»Sehr erfreut, Kommissar…«
Und Jean Servières fuhr fort:
»Doktor Michoux… Sohn des ehemaligen Abgeordneten… Arzt ist er übrigens nur auf dem Papier, denn er hat noch nie praktiziert. Sie werden sehen, er wird Ihnen zu guter Letzt noch Land verkaufen. Ihm gehören die schönsten Grundstücksparzellen von Concarneau und vielleicht sogar der Bretagne…«

Eine interessante Runde, aber im Lokal sind noch einige interessante Dinge zu entdecken:

Maigrets Blick fiel auf einen gelben Hund, der am Fuß der Kasse lag. Er blickte auf und sah einem schwarzen Rock, eine weiße Schürze, ein Gesicht ohne jeden Liebreiz, das dennoch so anziehend war, dass er es während des Gesprächs, das nun folgte, fortwährend betrachtete.
Und jedes Mal, wenn er den Kopf abwandte, starrte ihn das Serviermädchen mit fieberndem Blick an.

Maigret setzt sich in das Café, das zum Hotel gehört, und beobachtet die Runde. Die Ermittlungsarbeit lässt er einen jungen Inspektor aus Rennes erledigen. Das was draußen vor sich geht, interessiert Maigret nicht. Die Vorgänge in dem Café sind interessant, wie sich der Doktor, Journalist, Rentner und Hund geben. Letzterer taucht auf, und verschwindet wieder, wie es ihm beliebt. Keiner weiß, wem der Hund gehört, und wohin und zu wem er jedes Mal entschwindet.

Abgelenkt wird Maigret von seinen auf den Hund gekommenen Gedanken ziemlich schnell. Der Doktor entdeckt in den Gläsern mit Pernod Kristalle, die dort nicht hingehören. Der Apotheker wird gerufen, die Flaschen des Cafés untersucht und festgestellt, dass einige Strychnin enthalten. Die nocheinmal davongekommenen, wechseln häufiger die Farbe und rätseln, wer ihnen Böses wollte.

Der Bürgermeister ist ungehalten. Maigret sitzt im Café, beobachtet die Wichtigen der Stadt an ihrem Stammtisch, statt die Mordanschläge zu untersuchen. Partout will Maigret nicht den großen Unbekannten verhaften, den der Bürgermeister im Verdacht hat, und der sich aus dem Gewahrsam der Polizei gewaltsam befreit hat. Nachdem das Auto des Journalisten verlassen aufgefunden wird, dessen Vordersitze mit Blutspritzern aufweisen, und der Vizekonsul von Dänemark an einer Vergiftung stirbt, macht sich Maigret zu einer nächtlichen Expedition auf.

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Concarneau-082 – (c) julie70

fakten Fakten

Originaltitel:

Le chien jaune

Entstehungsjahr:

1931 (März)

Erscheinungsjahr:

1931

Entstehungsort:

La Ferté-Alais

Verlag:

Fayard

cinema und tv Cinema & TV

Le chien jaune
1932 - Frankreich
ein Film von Jean Tarride
produziert von Jean Tarride
mit Abel Tarride [Maigret]

Le chien jaune
[Maigret und der gelbe Hund]
1968 - Frankreich
ein Film von Claude Barma
mit Jean Richard [Maigret]

Le chien jaune
1988 - Frankreich
ein Film von Pierre Bureau
mit Jean Richard [Maigret]

Fuer die Ohren Für die Ohren

Der gelbe Hund
1960 - SWF
von Gert Westphal

Der gelbe Hund
1961 - BR
von Heinz-Günther Stamm

Maigret und der gelbe Hund
2006 - Diogenes
mit Friedhelm Ptok

 

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Erste Worte

Meinungen (1)

Biblio

Im Augenblick keine Ergebnisse.

Freitag, 7. November. Concarneau ist wie ausgestorben. Auf der beleuchteten Turmuhr der Altstadt, die über den Festungsmauern zu sehen ist, ist es fünf vor elf.
Die Flut hat ihren Höhepunkt erreicht, und ein Sturm aus Südwest lässt die Kähne im Hafen aneinanderstoßen. Der Wind fegt durch die Strasse, wo man zuweilen Papierfetzen über den Boden huschen sieht.

Gast-Kommentator

Ich musste in der 7en Klasse letzte Woche mein Lieblingsbuch vorstellen. Natürlich habe ich einen Simenon genommen. Nämlich “Maigret und der gelbe Hund” ist ja schließlich ein Klassiker. Auf die Frage warum ich dieses Buch spannend finde, konnte ich nichts weiter sagen als: “es ist einfach spannend geschrieben!” Und das ist doch auch das wichtigste. Ich habe einer Freundin das Buch ausgeliehen in der Hoffnung einen neuen Simenon Fan gefunden zu haben- hoffen wirs mal.

stephan am 18.12.2003

Was meinen Sie?

12 Ausgaben - erste Ausgabe: 1934 - letzte Ausgabe: 2008

Kein Cover vorhanden

1934

Der gelbe Hund
Schlesische Verlagsanstalt
Übersetzung: Harold Effberg

Maigret und der gelbe Hund / Kiepenheuer & Witsch

1958

Maigret und der gelbe Hund
Kiepenheuer & Witsch (K27)
Übersetzung: Isolde Kolbenhoff

Kein Cover vorhanden

1960

Maigret und der gelbe Hund
in »Maigret und der Schatten am Fenster/Maigret und der gelbe Hund«
Deutsche Buch-Gemeinschaft

Kein Cover vorhanden

1967

Maigret und der gelbe Hund
Heyne (K27)
Übersetzung: Isolde Kolbenhoff

Kein Cover vorhanden

1979

Maigret und der gelbe Hund
Diogenes (detebe 155/XI)
Übersetzung: Raymond Regh

Kein Cover vorhanden

1980

Maigret und der gelbe Hund
Tholenaar (Großdruck)

Kein Cover vorhanden

1983

Maigret und der gelbe Hund
Edito-Service
Übersetzung: Raymond Regh

Kein Cover vorhanden

1984

Maigret und der gelbe Hund
Diogenes (detebe 20691)
Übersetzung: Raymond Regh

Kein Cover vorhanden

2003

Maigret und der gelbe Hund
Diogenes (detebe 20691)
Übersetzung: Raymond Regh

Maigret und der gelbe Hund / Weltbild

2004

Maigret und der gelbe Hund
Weltbild (26)
Übersetzung: Raymond Regh

Kein Cover vorhanden

2007

Maigret und der gelbe Hund
in »Maigrets schwierigste Fälle«
Diogenes (detebe 23634)
Übersetzung: Raymond Regh

Maigret und der gelbe Hund / Diogenes

2008

Maigret und der gelbe Hund
Diogenes (detebe 23806 (MA 6))
Übersetzung: Raymond Regh