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Das Schloss der roten Hunde

In der Regel kamen die Verbrechen zu dem kleinen Doktor oder ein Opfer kam zum kleinen Doktor, um die Rätsel lösen zu lassen. Diesmal war es anders. Jean Dollent war so sehr an dem Fall interessiert, dass er sich zum Hauptverdächtigen auf den Weg machte und diesen fragte, ob er er denn der Mörder sei.

Monsieur Mordaut nimmt es so auf, wie es seinem Charakter entspricht: traurig. Er erlaubt dem Doktor, Untersuchungen anzustellen, seine Angestellten zu verhören und seinen Sohn, wenn es ihm gelingen würde, denn er hatte in seinem zweiten Lebensjahrzehnt immer noch den Verstand eines Neunjährigen. Viel war damit nicht anzufangen. Der Doktor hatte die Geschichten der Presse entnommen und war auf der Hut, wenn er etwas angeboten bekam: egal ob es etwas zu trinken oder etwas zu essen war. Der Hausherr bekam das mit und beruhigte Jean Dollent, in dem er anbot, von allem immer zuerst zu nehmen.

Was war passiert? Das erste Unglück ereignete sich vor acht Jahren. Seine Tante Duplantet zog in das Schloss, nachdem sie ihren Mann verloren hatte. Den Einzug überlebte sie nicht lange. Nach sechs Monaten starb sie an Herzversagen. Darüber hätte kaum einer etwas sagen können, wenn da nicht die Lebensversicherung zu Gunsten von Mordauts Gunsten gewesen wär, die der chronische klamme Schlossbesitzer natürlich gut gebrauchen konnte. Als ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, verschied drei Tage später auch noch seine Frau, für die er ebenfalls eine Lebensversicherung abgeschlossen hatte. Todesursache: Herzversagen.

Bis dahin war das Dorfvolk noch relativ ruhig. Aber dann verstarb vierzehn Tage vor dem Erscheinen des Hobby-Detektivs die Nichte Mordauts, Solange Duplantet, im Schloss an einer Herzkrankheit. Diesmal gab es zwar keine Lebensversicherung, aber Mordaut erbte das gesamte Vermögen der Duplantets und das summierte sich im Wert auf eine halbe Million Francs. Irgendwann läuft das Fass immer über. Der Tod der Nichte war der Tropfen…

Die Zahl der Verdächtigen war endlich, ein Großteil nahm sich durch das Verscheiden von selbst aus – die Tante zum Beispiel, die war ja schon ein paar Jahre tot. Nein, im Ernst, Hector, der Sohn, schied aufgrund seines Schwachsinns aus. So blieben nur die Köchin, deren Nichte Rose und der Schlossbesitzer. Während Rose kerngesund war, plagten die Köchin schon diverse Beschwerden, die sie als Krebs diagnostiziert hatte (allerdings als einzige, kein Arzt, auch der kleine Doktor, konnte sich dieser Diagnose anschließen) und der Schlossherr wies die gleichen Symptome auf, die die vorher Verschiedenen vor ihrem Tod auf plagten.

Der Doktor bekommt nach einen schwerwiegenden Zwischenfall die Fäden der Lösung in die Hand.

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fakten Fakten

Originaltitel:

Le château de l'arsenic

Entstehungsjahr:

1938 (Frühling)

Erscheinungsjahr:

1943

Entstehungsort:

La Rochelle

Verlag:

Gallimard

cinema und tv Cinema & TV

Das Arsenschloss
1974 - Deutschland
ein Film von Wolfgang Becker
mit Peter Pasetti [Baron Olivier],
Peer Schmidt [Dr. Dollent]

Le château de l'arsenic
1986 - Frankreich
ein Film von Patrick Droomçoole

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Er zögerte eine Viertelsekunde, nicht länger, stellte sich auf die Zehenspitzen, denn er war nicht groß und der Klingelzug war übertrieben hoch angebracht. Sogleich ertönten zwei verschiedene Sorten von Lärm, die sich gegenseitig das Reich der Töne streitig zu machen schienen: die Glocke, die der kleine Doktor in Gang gesetzt hatte und die irgendwo am Schloss Sturm läutete, und das Gekläff einer gewaltigen Menge von Hunden.

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3 Ausgaben - erste Ausgabe: 1977 - letzte Ausgabe: 1994

Kein Cover vorhanden

1977

Das Arsenschloss
in »Der kleine Doktor«
Kiepenheuer & Witsch
Übersetzung: Hansjürgen Wille/Barbara Klau

Kein Cover vorhanden

1990

Das Chateau de L'Arsenic
in »Ellery Queen's Kriminal Magazin 97«
Heyne
Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt

Kein Cover vorhanden

1994

Das Schloss der roten Hunde
in »Neues vom kleinen Doktor«
Diogenes (detebe 22631)
Übersetzung: Renate Heimbucher