Bibliografie der deutschsprachigen Simenon-Ausgaben - Die Maigrets
Dieses umfassende Werk vereint detaillierte Informationen über Simenons Werk, und ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Sammler und Fans. Der erste Band der Simenon-Bibliografie – über die Maigret-Ausgaben – erschien am 31. Mai 2024.
Fragt man die Suchmaschine (oder KI) der Wahl nach der richtigen Reihenfolge, bekommt man meist eine schwachsinnige Antwort. Ja, wird es heißen, man solle mit Fall Nummer 1 – »Pietr der Lette« – beginnen und sich bis Band 75 durchlesen. Da kann man sich nur die Haare raufen, denn Simenon schrieb seine Geschichten ohne innere Chronologie – mal schickt er den Kommissar in den Ruhestand, dann sitzt Maigret wieder am Quai, als wäre nichts gewesen.
Alles wurde kompliziert! Lief es im Jahrzehnt zuvor sowohl privat als auch familiär rund, so änderte sich das in den 1960ern. Zwar spielte Simenon den Illustrierten die heile Welt vor, doch hinter den Kulissen gab es Entwicklungen, die aus einem seiner Romane hätten stammen können – und wie in diesen kein gutes Ende nahmen. Am Ende lag seine Ehe in Trümmern. Was das mit den Kindern machte, kann man sich vorstellen – beruflicher Erfolg zählt da wenig.
Die erste Hälfte des Jahrzehntes war für Simenon eine Phase des Ankommens, die zweite dann eine der Rückkehr. Angekommen war er in den USA und zurückkehren tat er nach Europa. Die 1950er-Jahre waren ein gutes Jahrzehnt für ihn – und das nicht nur im Hinblick auf sein familiäres Leben, sondern auch in literarischer und kommerzieller Hinsicht. Seine Romane blieben für seine Leser:innen weiterhin zugänglich, während sein Schreibstil sich stetig verbesserte.