Suspense im Doppelpack

Suspense

Spannung in Heft-Form


Auch das sei einmal gesagt: Ich mag geheimnisvolle Pakete, solange sie keine Bomben ins Haus bringen. An so etwas habe ich große Freude, auch Jahre später noch. Unlängst berichtete ich über eine Nouchi-Erzählung, sie sich in einem zugesendeten Heft verbarg. Gestern habe ich mir die beiden anderen Suspense-Hefte noch mal zu Gemüte geführt, in der sich – Überraschung! – auch Simenons verbargen, wiederum Non-Maigrets.

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Allerdings handelte es sich dabei nicht um neue »Unbekannte«, sondern um alte Vertraute. Wenn sich die zwei »Kollegen« – »Die drei Rembrandts« und »Das Haus in Croix-Rousse« – hierzulande recht rar machen. Die beiden Geschichten erschienen hierzulande in dem Band »Man lernt nie aus« bei Kiepenheuer & Witsch. Das war im Jahr 1964, also schon ein ganzes Weilchen her und seitdem gab es keine Neuauflage der Geschichten.

Ein Drama? Nach meinem Dafürhalten eher nicht. Es handelt sich um dreizehn Geschichten, die in der Anfangszeit entstanden sind, und sie haben noch nicht die Qualität der Kurzgeschichten, die Simenon später schrieb. Ein Indiz dafür ist meines Erachtens auch, dass die Geschichten 1928 geschrieben wurden, aber erst 1932 erschienen. Ein wenig wie ein Nachbrenner, nachdem die Maigret-Geschichten beim Publikum gut ankamen. (Sie erschienen aber meiner Erinnerung nach zuerst in einer Zeitschrift in mehreren Folgen, nur habe ich nicht notiert, in welcher und wann. Ein Misstand, dem ich nachgehen muss.)

Sie kamen mir antiquarisch eher selten unter und sind zur Zeit antiquarisch schwierig zu beziehen.

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Schaut man sich die Gestaltung der heutigen Buchcover an, auch und gerade von Krimis, darf man durchaus feststellen, dass sie meistens langweilig gehalten wird. Eine Illustration oder ein Foto, welches ansprechend ist, damit hat es sich. »Aufregende«, Spannung vermittelnde Cover sehe ich recht selten. Bei den alten Titeln finde ich wunderbar, dass es nicht nur Aufmacher-Illustrationen gibt, sondern dass auch schon durch die Wahl der Schrift Atmosphäre geschaffen wird.

Interessant finde ich übrigens auch die typographische Variante, die hier am Anfang der Erzählung gewählt wurde. Eine Kombination aus einem Initial für den ersten Buchstaben, gefolgt von Großbuchstaben. Das ist mir, ehrlich gesagt, auch noch nicht untergekommen.