Post von Denyse


Autogramme sind nicht so meine Welt. Eines habe ich mir mal gewünscht, da war ich aber wirklich noch Kind – zweite, dritte Klasse. Heute würde ich mich fragen, wie ich es denn anstellen könne, ein ausgefallenes Autogramm zu bekommen. In der Nähe von Kempten gab es jemanden, der Autogramme sammelte. Er schrieb 1957 Simenon mit der Bitte um ein Autogramm an und bekam dafür eine Antwort von dessen Ehefrau.

Denise Simenon leitete ihre Antwort mit den Worten ein, dass sie die Post für ihren Mann erledigt. Im zweiten Satz folgt dann die Wendung: Der Mann hatte ein Bild mitgesendet, man sieht das angeheftet auf dem Scan, und Denise kann nur feststellen, dass es sich bei dem abgebildeten Mann, nicht um ihren Ehemann handeln würde. Somerset Maugham hält sie für wahrscheinlich. Aber festlegen möchte sie sich nur insoweit, dass sie sagt, dass der Mann viel Ähnlichkeit mit Maugham hat, aber keine mit ihrem Ehemann. Sie hofft, dass der Mann seinen Fehler vielleicht korrigieren möchte

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Nebenbei bemerkt: Es war nicht gerade schmeichelhaft, da doch Maugham fast dreißig Jahre älter war als Simenon.

Da gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder wollte der Sammler ein sehr originelles Autogramm haben und hat gehofft, dass Simenon blind alles unterschreibt - was nicht gerade ein Scheck ist. Das wäre eine sehr clevere Methode gewesen. In diesem Fall dürfte er von der Antwort ein wenig enttäuscht gewesen sein, durfte sich aber immerhin über den Brief von Denise gefreut haben.

Oder es war wirklich nur ein bedauerlicher Fehler. Dann hat er die Chance bekommen, diesen auszubügeln.

In jedem Fall hat dieser Brief bei Denise Simenon für gewisses Amüsement gesorgt. Ich könnte mich darüber auch beömmeln, wie man so schön sagt: Genau mein Humor.