Offline-Version

Ein kurzer Moment des Innehaltens


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Schon seit vielen Jahren gibt es die Wayback Machine, mit der man archivierte Internetseiten durchsuchen kann. Ein Blick zurück ist manchmal recht hilfreich. Das funktioniert nicht für jede Seite einer kleinen Präsenz und es ist auch nicht komplett, aber um einen Eindruck zu bekommen, ist das hilfreich. Aus der Wikipedia heraus wird gern auf solche Snapshots verwiesen, da dadurch weniger tote Links entstehen. Der Grund meines Besuchs war ein solch toter Link.

Die Gelegenheit habe ich mal genutzt und geschaut, was von maigret.de so vorhanden ist. Die Domain wird jetzt zwei fast achtzehn Jahren benutzt und da hat sich schon etwas angesammelt. Leider konnte ich mich nicht mehr an die vorherige URL erinnern, so dass es keine Spuren von der Zeit vor 2000 gibt.

Witzig fand ich aber auf jeden Fall, dass noch auf der 2000er Seite ein Link angeboten wurde, der es Besuchern ermöglichte, die kompletten Seiten als ZIP-File herunterzuladen. Damals waren es schon 2 MByte. Man war damals nicht ständig online, das war wohl der Gedanke, der hinter dem Angebot stand.

Achtzehn Jahre später sieht es ein wenig anders aus: Ich habe den Stand von vorletzten Jahr hier in gepackter Form vorliegen. Da waren es noch 300 MByte in gepackter Form. Allerdings hätte sich damit schon, die Webseite nicht einfach offline bedienen lassen. Hinter maigret.de werkelt eine Datenbank und es gibt diverse Programme auf dem Server, die eine Offline-Version verhindern.

Mittlerweile ist es so, dass von jedem Bild, das hochgeladen wird, zahllose Variationen erstellt werden, damit diese in den verschiedensten Seiten ja nur passend angezeigt werden kann. Nur damit nicht zu viel auf den Smartphone oder Rechner des Betrachters geladen werden muss und die Bild-Geometrie für jeden Anwendungsfall und jede Webseite passend bereitstehen. Den Blick in die Zukunft gerichtet, werden die Bilder auch in höheren Auflösungen geladen, als sie im Augenblick benötigt werden. Es ist aber durchaus plausibel, dass sich nicht nur die Auflösung der Gerätschaften in den nächsten Jahren ändern, sondern auch die Kapazitäten steigen, die man zum Download hat. Die Konsequenz daraus: Würde man jetzt die Webseiten herunterladen wollen, so würde man über 5 GByte benötigen.

Wenn ich es mir recht überlege ist das nur irre. Wir haben früher jedes Bild optimiert, dass es nur schnell über ein Modem geladen werden konnte. Ich habe heute eine Anbindung via Glasfaser, mit der sich Daten mit der 8000fachen Geschwindigkeit im Vergleich zum Jahr 2000 herunterladen lassen. Und es gab von 1996 zum Jahr 2000 schon außerordentliche Fortschritte, was die Geschwindigkeit anging!

So witzig das also klingt: Ich kann die Daten von maigret.de heute immer noch schneller herunterladen, als es mir damals möglich gewesen wäre. Allerdings haben wir hier eine Glasfaser-Anbindung, die auch nicht jeder hat.

Damals mit 2-Megabyte-ZIP
Schnelles Modem: 53 Minuten
ISDN: 35 Minuten

Heute mit 5-Gigabyte-ZIP
16 MBit DSL: 41 Minuten
100 MBit: 6 Minuten
500 MBit: 1,5 Minuten

Die Seite hat jetzt 22 Jahre auf dem Buckel. Wie sich dieser Text wohl in weiteren zwanzig Jahren liest?