Die gute alte Rumpelkammer …


... des Gedächtnisses heißt es in den Stuttgarter Nachrichten. Dort ist auch ein Interview mit Ulrich Ritzel zu finden, der Krimis schreibt und erklärt, wie das geht. So erfährt man, dass Blut nicht das Wichtigste ist. Der Interviewer versucht auch, Motivationstricks aus Ritzel herauszukitzeln.
Nun aber zu Simenon. Diesen führt Ritzel an, als es um die Frage geht: Kein guter Krimi ohne Mord. Warum nur?:

Ich habe vor ein paar Tagen wieder einen alten Simenon-Roman gelesen. Und da finde ich einen fantastischen Satz: Jemand, der getötet hat, hat eine Schwelle überschritten. Er ist niemals mehr gleich einem anderen Menschen. Das rührt an ein ganz ursprüngliches und menschengemäßes Erschauern. Daraus leitet sich auch ab, dass man um fast jeden Preis herausfinden will, wie das zugegangen ist. Wer die Kronjuwelen gestohlen hat - ach Gott, da müssen wir eben neue machen. Wer die fünf Millionen veruntreut hat - für die Banken sind das nur Peanuts. Nein, in der Welt der Fiktion rechtfertigt nur der Tod eines Menschen die unerhörte Mühe, die es braucht, um die Wahrheit herauszufinden und die gesellschaftliche Übereinkunft zu durchbrechen, über alles Unliebsame Gras wachsen zu lassen.