Mehr durch Zufall denn durch Absicht habe ich vor Kurzem eine DVD-Kollektion entdeckt, die mein Herz höher schlagen ließ. »Der kleine Doktor«, uns gut bekannt aus Buch und Hörspiel, ist jetzt auch auf DVD erschienen. Das ZDF hat die Serie aus den siebziger Jahren jetzt herausgebracht. Vier DVDs, 13 Folgen.
Und ein Booklet, so wird es auf der Verpackung schon angekündigt. Macht man dann die DVD auf, so fällt einem ein kleines Heften in die Hände, welches - kurz durchgeblättert - den Eindruck macht, als hätte man es mit einem Werbemagazin für die Herstellerfirma der DVDs zu tun, in diesem Fall PolarFilm.
Aber ein weiterer Blick lohnt durchaus, denn Hans Schaffner hat über die Serie bisher so nicht veröffentlichte Informationen zusammengetragen, die erklären, warum die Serie so geworden ist, wie sie ist.
Die Hauptrolle in der Serie war ursprünglich nicht Peer Schmidt zugedacht gewesen sondern Heinz Rühmann. Man stand dabei vor zwei Problemen: Zum einen wollte Heinz Rühmann nicht in als Konkurrenz zu dem damaligen »Kommissar« Erik Ude treten und zum anderen ging er schon mit großen Schritten auf die siebzig zu. Ersteres löste man, in dem man die Drehbücher so umschrieb, dass sie mehr als Mini-Komödien zu verstehen waren denn als Krimis. Bei der Gelegenheit konnte man auch gleich am Alter rumschrauben, denn der eigentlich dreißigjährige Dollent hätte gewiss andere Vorstellungen gehabt, als der im Rentenalter stehende Rühmann.
Selbst sehen!
Letztlich entschied sich aber Heinz Rühmann gegen diese Rolle und Peer Schmidt übernahm die Rolle des kleinen Doktors.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen habe ich noch keine Folge gesehen - das bleibt eine Vorfreude - aber die Szenenbilder die von dem Publisher zur Verfügung gestellt wurden und auch im Booklet zu finden sind, lassen den Schluss zu, dass die Folgen »modern« verfilmt worden sind.
Schaut man sich die Reaktionen auf die DVD im Internet an, so sind diese gemischt. So werden die ersten sechs Folgen der Reihe sehr gelobt, aber gleichzeitig betont, dass die weiteren Folgen in der Qualität abfallen würden. Davon kann man sich nun selbst ein Bild machen, denn die 4-DVD-Box (die übrigens schon im September 2009 erschienen ist) ist im Vergleich zu anderen, neueren Serien recht günstig zu bekommen (der Preis liegt zwischen 23 und 30 Euro - je nach Anbieter).
Auf den DVD enthalten sind folgende Geschichten:
Folge 1: Das Arsenschloss
Folge 2: Besuch aus Paris
Folge 3: Die Notbremse
Folge 4: Mord im Moor
Folge 5: Der Rote
Folge 6: Ein Toter fällt vom Himmel
Folge 7: Der verschwundene Admiral
Folge 8: Zu viele Ärzte
Folge 9: Der Dieb der Diebe
Folge 10: Ein Holländer in Paris
Folge 11: Die Rache der Schamanen
Folge 12: Das Mädchen in Himmelblau
Folge 13: Eine bemerkenswerte Nichte
Andere Nachrichten
Eine echte Neuigkeit ist es eigentlich nicht, denn die DVD, die jetzt erst auf meinem Radar erschien, wurde schon 2008 veröffentlicht. Aber das soll nicht verhindern, dass hier der Jean-Gabin-Film »Ein Herr ohne Kleingeld« hier noch einmal erwähnt wird. Es ist anzunehmen, dass ich nicht der Einzige bin, dem das entgangen ist.
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Auf manche Filme wartet man Jahre und sie kommen nie im Fernsehen oder auf DVD. Andere Filme sind regelmäßig im TV und irgendwie ist es klar, dass diese dann auch auf DVD veröffentlicht werden. Zu dieser Kategorie gehört auch der Maigret-Film »Maigret und sein größter Fall« mit Heinz Rühmann, der im letzten Monat erschienen ist.
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Im letzten Jahr gab es noch einmal so etwas wie ein tiefes Durchatmen bei den Maigret-Liebhabern: Chabrol erzählte, er hätte einen Krimi gedreht, bei dem vor seinem geistigen Auge Simenons Maigret Pate gestanden hat. Es wurde ein Kommissar Bellamy mit Gerard Depardieu und an die Maigrets kam der Film nach einhelliger Meinung nicht heran. Nun ist Chabrol im Alter von 80 Jahren gestorben.
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Am 7. August erlag Bruno Cremer im Alter von 80 Jahren in einem Pariser Krankenhaus seinem Krebsleiden. Schon ein paar Jahre lang war es ruhiger geworden um sein Schaffen als Maigret-Darsteller im französischen Fernsehen. Da sich die französische Fernsehserie hierzulande nicht durchgesetzt hat, dürfte nicht mit Wiederholungen zu rechnen sein. Schade eigentlich!
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Simenon - Ausgewählte Romane in 50 Bänden
Nachdem der letzte Band der Maigret-Werkausgabe erschienen war, fragte ich, wie es denn jetzt weiter gehen würde. Ich schrieb damals: Überhaupt: Was kommt nun? Zieht Diogenes so etwas auch mit den Non-Maigrets durch? Ich erwarte das eigentlich nicht. Wie es sich zeigt, sollte ich Recht behalten.
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Erstellt: 22.01.2010
Letzte Änderung: 24.01.2010
Fernsehserie »Der kleine Doktor«
Am 7. April 1974 wurde zum ersten Mal im deutschen Fernsehen eine Folge der Serie »Der kleine Doktor« ausgestrahlt. Für die Rolle, das kann man einer älteren HÖRZU entnehmen, war ursprünglich Heinz Rühmann vorgesehen, dem die Rolle auch auf den Leib geschrieben wäre. Dr. Dollent, der in dem kleine Ort Marsilly in der Nähe von La Rochelle praktiziert, hat seine Vorliebe für Kriminalfälle und deren Auflösung entdeckt. Er wird aufgrund seiner Statur von vielen nur der kleine Doktor genannt. In der harten Serienqualität wurde die Rolle von Peer Schmidt übernommen. Dieser spielte in der dreizehnteiligen Serie Dollent und verfilmte damit alle Erzählungen, die Simenon für diesen Zyklus geschrieben hat.