Wem die schweren Schicksalsschläge, die die Helden von Simenons Romanen zu verkraften haben, zu sehr an die Nieren gehen, der sollte zwischendurch zu einem Roman oder einer Erzählung greifen, dem oder der ein sonnigeren Gemüt innewohnt; eine Geschichte, in der es ein wenig entspannter zugeht. Aber so ehrlich müssen wir sein: Simenon ist kein heiterer Autor. Wenn Ihnen etwas wahrhaft Lustiges vorschwebt, dann sollten Sie vielleicht weiterziehen.
Mit der Liebe ist das bei Simenon so eine Sache. Zu behaupten, dass der Belgier dieses Thema in seinen Romanen nicht thematisiert habe, würde es nicht treffen. Galante und leichte Stoffe sollten sich Leser:innen jedoch nicht erwarten. Die Liebesromane, die er in den 1920er-Jahren unter diversen Pseudonymen als Massenware schrieb, mögen seinen Stil geformt haben – aber eine gewisse Distanzierung ist hier schon zu verspüren.
Die Lektoren sitzen an der Quelle: Jeder Roman, der erscheint, ist durch ihre Hände gegangen und jede Seite wurde mehrmals geprüft. Wenn sich jemand auskennt, dann sind es die Simenon-Lektoren, das ist doch klar. Gefragt wurde mal das Lektorat von Hoffmann und Campe/Atlantik, welche Vorlieben bestehen und welche Romane sie als Einstieg empfehlen würden. Hier finden Sie die Antworten.