Alles wurde kompliziert! Lief es im Jahrzehnt zuvor sowohl privat als auch familiär rund, so änderte sich das in den 1960ern. Zwar spielte Simenon den Illustrierten die heile Welt vor, doch hinter den Kulissen gab es Entwicklungen, die aus einem seiner Romane hätten stammen können – und wie in diesen kein gutes Ende nahmen. Am Ende lag seine Ehe in Trümmern. Was das mit den Kindern machte, kann man sich vorstellen – beruflicher Erfolg zählt da wenig.
Mit der Liebe ist das bei Simenon so eine Sache. Zu behaupten, dass der Belgier dieses Thema in seinen Romanen nicht thematisiert habe, würde es nicht treffen. Galante und leichte Stoffe sollten sich Leser:innen jedoch nicht erwarten. Die Liebesromane, die er in den 1920er-Jahren unter diversen Pseudonymen als Massenware schrieb, mögen seinen Stil geformt haben – aber eine gewisse Distanzierung ist hier schon zu verspüren.