Werke zu dem Thema

Die Fräuleins vom Ende der Welt

Sie wollten ihn gar nicht hergeben, wahrscheinlich ist dass das Problem. Jean ist bei seinen Tanten aufgewachsen und hat nun vor, sich von ihnen zu trennen, um in den heiligen Stand der Ehe zu treten. Aber es kam noch zu einem weiteren kleinen Problem: Jean ließ sich nicht mehr mit dürftigen Informationen über seine Herkunft abspeisen...

Der Grenzgänger

Steve Adams erzählt in diesem Roman aus seinem Leben. Als Kind einer französischen Mutter und eines englischen Vaters wuchs er bei seinen Großeltern auf und wurde von seiner Tante erzogen. Erst spät entdeckte seine Mutter, dass sie Verantwortung zu übernehmen hat, eine Verantwortung, die Steve ihr gern erspart hätte. Sein Vater lebt in England und holt seinen Sohn in den Ferien zu sich. Die Frage, ob aus ihm etwas geworden ist, beantwortet sich Steve Adams in dem Roman selbst.

Tante Jeanne

Man sollte nicht zuviel erwarten, wenn man nach vielen, vielen Jahren wieder zurück in die alte Heimat kommt. Das alles so ist, wie es beim Verlassen gewesen ist, sollte man schon gar nicht voraussetzen. So gesehen hat Jeanne vielleicht einen Fehler gemacht, als sie nach vielen Jahren wieder in das Haus ihres Bruders zurückkeht, denn dem sind die Probleme so über den Kopf gewachsen, dass er sich einen Strick über den selben gezogen hat und erhängt. Kurz nach dem die Schwester eingetroffen war, stand das Haus plötzlich Kopf – Jeanne hatte keinen guten Zeitpunkt gewählt.

Die Pitards

Wenn einer eine Schiffsreise tut, dann sollte er sich vorher genau die Besatzung anschauen. Bekommt man mit, dass die Ehefrau des Kapitäns mit an Bord ist, dann sollte man Vorsicht weiter lassen. Schnell sieht man, wer in einer Beziehung den Hut aufhat. Lannec hat sich ein Schiff gekauft und seine Frau hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie unbedingt mitfahren muss. Keine gute Idee findet Lannec und sicher auch ein Teil der Mannschaft, aber Mathilde Lannec lässt sich nicht von ihrem Vorhaben abringen. Auf dem Buchumschlag steht, es kommt zu einer Katastrophe. Das ist nicht übertrieben.

Schwarzer Regen

Für ein Kind ist es immer kompliziert, wenn ein Älterer plötzlich dem Haushalt hinzugefügt wird. Da ist es egal, ob das die Oma ist oder ein neuer Mann für die Mutter. Ein solcher Einschnitt bringt häufig Komplikationen mit sich sich, weil das Kind seine Stellung neu definieren hat. Schlimm wird es, wenn eine intakte Familie plötzlich eine Tante aufnehmen muss, die durch und durch bösartig ist. Für Jérôme beginnt ein Kampf gegen das Böse.

Der Erpresser

Was tun, wenn der Vater nach Hause kommt und sich auf dem Dachboden einschließt? Laurence versucht es erst einmal mit Ruhe: Mag sich ihr Mann doch auf dem Dachboden einschließen, er wird schon seine Gründe haben. Aber nach einiger Zeit, Gründe hin, Gründe her, ist Laurence doch beunruhigt: Ihr Mann Charles soll den Dachboden verlassen und wieder am Familienleben teilnehmen. Schlecht nur, dass sich Charles Dupeux darauf nicht einlässt. Der Mann, so wird der Lesende entdecken, ist für so manche Überraschung gut.

Die Beichte

Wie das wohl ist? Man sitzt mit seiner neuen Flamme, der ersten vielleicht überhaupt, gemeinsam in einem Café. Unterhält sich mit ihr über Gott und die Welt, was man mit den Eltern nicht mehr kann, weil sie einen entweder nicht interessieren oder man das Gefühl hat, dass sie einen nicht verstehen, und wird dann darauf hingewiesen, dass die Mutter ein gegenüberliegendes Gebäude verlässt, in dem sie eigentlich nichts zu suchen hat. Unglücklicherweise hat die Mutter von André Bar mitbekommen, dass sie beobachtet worden ist und so verändert sich das Klima im Hause Bar merklich.

Die Flucht des Monsieur Monde

Was es für Folgen haben kann, wenn man den Geburtstag eines anderen, einem eigentlich nahestehenden Menschen, vergisst, bekommt Madame Monde zu spüren. Ihr Mann verschwindet mit großen Teilen der Firmenkasse und macht sich auf ans Mittelmeer. Dort liest er eine Bardame auf, verliert sein gesamtes Geld und arbeitet als Verwalter. Trotzdem nimmt die Geschichte eine ganz andere Wendung, als der Leser, Madame und Monsieur Monde erwarten.

Der Sohn Cardinaud

Ein Mann sitzt mit seinem Sohn in der Kirche. Seine Gedanken sind bei Gott und der Welt, allerdings nicht auf den heimischen Herd gerichtet, von dem sich seine Frau gerade verabschiedet, um mit einer heruntergekommenen Gestalt zu verschwinden; einer Frau, die dem bürgerlichen Leben Lebewohl sagt. Als dieser Mann nach Hause kommt, darf er sich ordentlich wundern - er hatte keinerlei Anzeichen dafür entdeckt, dass seine große Liebe einfach so eines Tages sang- und klanglos verschwinden würde und ihn mit zwei Kleinkindern zurücklassen würde. Der Mann macht sich auf die Suche. (Einer der wenigen Fälle, in denen die Frau verschwindet - normalerweise ist es bei Simenon andersherum.)

Der fremde Vetter

Wie hätte sich Maigret als Kommissar in so einer Situation verhalten? Ein Mord ist geschehen und der einzige Tatverdächtige ist von dem Verdacht befreit worden. Da kommt der vage Hinweis, dass es sich bei dem Mörder um einen Deutschen handeln könnte. Die Ermittler stürzen sich auf diesen dargebotenen Honigtopf. Aber nicht nur sie: Vor dem Haus der Verdächtigen versammelt sich Tag für Tag eine Gruppe von Leuten, die mit jedem Tag größer, lauter und hitziger wird.

Der verlorene Sohn

Alain Lefrançois ist ein bekannter Versicherungsmathematiker, angesehen nicht nur in seiner Firma. Wenn hier behauptet würde, dass er ein offener Mensch wäre, dann wäre das eine glatte Lüge. Er ist jemand, der sich gerne in seinem Arbeitszimmer eingräbt. Er ist damit beschäftigt einen Brief an seinen Sohn zu schreiben, eine Lebensbeichte, damit der das Leben seines Vaters, seiner Großmutter und seines Großvaters – letztendlich der ganzen Familie – besser versteht.

Manuela

In der Familie steht es nicht zum Besten. Der Sohn hat sich in das Dienstmädchen verliebt – eine lebenslustige Spanierin, die den ganzen Tag singt und lacht. Die Tochter ist in ihren Vorgesetzten verliebt und weiß, dass es keine Hoffnung gibt, ein gemeinsames Leben zu führen. Der Vater kommt abends von seinem drögen Job nach Hause, tut geheimnisvoll und schweigt sich in jeder Beziehung aus und die Mutter ist Alkoholikerin und macht just in dieser Zeit im November eine ihrer Novenen durch, wie ihre Dauertrinkanfälle genannt werden. Ausgerechnet der Vater muss eine Affäre mit dem Dienstmädchen anfangen und so den Sohn gegen sich aufbringen. Man fragt sich, wie es der alte Langeweiler geschafft hat, das Mädchen herumzukriegen. Allzulange hat er keine Freude an der Affäre – Manuela verschwindet von einem Tag auf den anderen. Aber das bringt keinen Frieden.

Der Uhrmacher von Everton

Heute noch glücklich, morgen wird es ganz anders aussehen. Vielleicht ein Plädoyer dafür, dass man jeden so Tag lebt, als ob es der letzte Glückliche sein könnte; ein Plädoyer sicher auch dafür, dass man versucht hinter die Kulissen nahestehender Menschen zu schauen. Damit man nicht, wie es dem Uhrmacher Dave Galloway passiert, von einem Tag auf den anderen feststellen muss, dass das einzig Wichtige im Leben, plötzlich verschwindet und nicht mehr greifbar wird.

Das Schicksal der Malous

Man hackte schon seit einigen Tagen auf ihm herum. Zu allem Unglück schwand immer mehr das Geld und zum Schluss hatten die Malous die Gerichtsvollzieher in ihrem Haus. Alles verpfändet, keine Perspektive mehr. Vater Malou macht sich auf den Weg, Geld zu besorgen und als er keines bekommt, bringt er sich um. Mitten in der Stadt, vor vielen Leuten. Zurück bleibt eine Familie, der die zentrale Figur fehlt. Ohne den Vater bricht alles zusammen und der im Mittelpunkt stehende jüngste Sohne Alain Malou muss sehen, wie er zurecht kommt.

Der Schwager

Wenn das Leben unter dem eigenen Dach unerträglich wird, warum sucht man sich nicht ein neues Zuhause? Die Frage wird von Simenon in diesem Roman nicht beantwortet, denn er schildert den Fall, wie es ist, wenn man bis zum letzten Augenblick in einer unerträglichen Situation aushält. Die Konstellation ist auf jeden Fall unglücklich zu nennen, denn in diesem Haus wohnen Betrüger und Betrogene zusammen und das Thema »Verzeihen und Vergeben« steht nicht auf der Tagesordnung.

Das Haus am Quai Notre-Dame

Blaise Huet notiert, was die Tage nach dem Tod seines Onkels passiert. Für ihn, der von der Familie nicht geachtet wird, scheint sich mit dem Selbstmord von Antoine Huet einiges zu verbessern. Vielleicht kommt mit dem Geld die gesellschaftliche Achtung? Denn sein Leben wird weder von seiner Mutter noch von seinem Bruder akzeptiert, in der Kunstschule, in der er arbeitet, wird über ihn gelacht und darüber gelästert, dass er diese Tätigkeit nur bekommen hatte, weil sein Onkel sich für ihn an den entsprechend einflussreichen Stellen eingesetzt hatte.

Das Gefängnis

Der normale Ablauf an einem Abend bei den Poitauds ist folgender: er kommt nach Hause, findet seine Frau vor. Man zieht sich um und speist außer Haus. Am 8. Oktober, einem sehr verregneten Tag, läuft es etwas anders ab. Alain Poitaud wird von einem Inspektor der Kriminalpolizei begrüßt, der ihn über die Gewohnheit eines Schießgeräts in seinem Haushalt ausfragt. Anschließend wird er zum Quai des Orfèvres verbracht und erfährt dort aus dem Munde des Kommissars, dass sein »Kätzchen« ihre Schwester Adrienne umgebracht hat.

Die verschwundene Tochter

Bob hat eine schwierige Aufgabe vor sich: er fand zu Hause einen Brief seiner Schwester, in der sie ihm mitteilt, dass sie nach Paris aufbricht, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Bob, der seine Schwester trotz ihrer exzentrischen Züge mag, macht sich auf den Weg, um sie in der Stadt zu finden. Ein Wettlauf mit der Zeit...

Die Flucht der Flamen

Eine Gruppe von Fischern um Omer Peterman kommt nach dem Überfall der Deutschen auf Belgien in La Rochelle an. Sie werden von den Franzosen festgesetzt und müssen sich mit den örtlichen Gegebenheiten arrangieren. Peterman macht sich daran, die Erlaubnis zu erlangen, dass sie wieder Fischen dürfen. Ohne die Sprache zu beherrschen und die Kultur zu kennen, ein schwieriges Unterfangen. Aber Peterman hat einen großen Willen.

Der Glaskäfig

Es ist bequem, einfach nur so dazu sitzen und zu warten; die Leute zu beobachten. Émile tritt keine Entscheidungen. Er geht lieber Tag für Tag in die Druckerei, in der er als Korrektor angestellt ist, lebt in einer Beziehung, mit einer Frau, die sich nicht über Liebe, sondern Bequemlichkeit definiert. Aber es kommt der Tag, an dem sich alles änder, und er steht ratlos vor einem Scherbenhaufen: sein Schwager brachte sich für eine Frau um, mit der er nicht verheiratet gewesen war. Émiles Schester sucht Rat und Trost beim rat- und trostlosen Émile.

Der Wucherer

Der Wucherer spielt nicht die Hauptrolle. Ein Arzt ist der Hauptakteur. Aber der wuchert auch nicht. Weder mit Geld, Lebensfreude noch mit Spannung. Er erzählt, wie er damals von seinen Eltern zu seiner Tante kam, die ihm das Studium finanzierte und machte sich Gedanken darüber, was denn wohl dem Onkel passiert ist, der eines Tages verschwand und den man als Wucherer bezeichnen konnte.

Ankunft Allerheiligen

Drontheim brachte kein Glück für die Eltern des neunzehnjährigen Gilles: sie starben dort in einem Hotel an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Nun stand er da, der junge Mann und war auf die Hilfe eines Seemanns angewiesen, der ihn mit seinem Schiff nach La Rochelle brachte. Seine Ankunft wird, man glaubt es kaum, erwartet und das dürfte keinen mehr überraschen, als Gilles selbst. Ein Tag nach seiner Ankunft erfährt er, dass er der Universalerbe eines der reichsten und mächtigsten Männer in La Rochelle ist und dieses Erbe antreten kann. Was an der Stelle nicht verwundert ist, dass plötzlich viele Ratgeber in seiner Nähe sind.

Der große Bob

Wochenende für Wochenende das gleiche Ritual. Man trifft sich, redet und feiert mit einander, lernt sich über die Jahre immer besser kennen. Man glaubt, den einen oder anderen aus der Runde Freund nennen zu können. Dann passiert es: Einer aus der Gruppe nimmt sich das Leben und alle stehen vor einem Rätsel. Warum tat Bob das? Er war doch eigentlich immer fröhlich. Der grosse Bob lässt große Ratlosigkeit zurück und Charles Coindreau macht sich daran, herauszufinden, was den Clown Bob bewegt hat.

Die Brüder Rico

Wenn jemand einen Obst- und Gemüseladen besitzt, dann hat er normalerweise Problem wie: Wo bekomme ich am günstigsten frisches und günstiges Obst und Gemüse her? oder Wo bleiben meine Kunde?, eine Frage, die sich wohl Händler hin und wieder stellen müssen. Eddie Rico hat ein anderes Problem, er ist nicht nur erfolgreicher Obst- und Gemüsehändler, sondern auch örtlicher Beauftragter der Organisation, der dafür sorgt, dass das Glücksspiel erfolgreich läuft. Und es läuft erfolgreich. Es geht ihm gut, bis zu dem Tag, an dem ihm die Paten den Auftrag geben, er möge sich bitte um seinen jüngsten Bruder Tony kümmern, der etwas aus der Spur geraten ist.

Der Bürgermeister von Furnes

Wenn das Wort »wenn« nicht wäre... Dann müsste man wohl darüber spekulieren, was in Furnes passiert wäre. Aber der Bürgermeister traf auch an dem Abend, an dem sein Angestellter Claes zu ihm kam, um ihn um einen Vorschuss zu bitten, seine Entscheidungen mit einer Kälte und Eindeutigkeit, wie man sie von ihm gewohnt war. Daraufhin konnte der junge Claes nicht mehr zurück, und die von Simenon aufgeschriebene, rein fiktive Geschichte, nimmt seinen Lauf.

Valérie geht fort

Valérie ist Single, so würde man heute sagen. Aber der Typ von aufopferungsvoller Single, den man heute in Valéries Ausprägung nicht sehr häufig antrifft. Valérie betreibt einen kleinen Lebensmittelladen in einem Ort, der aus ein paar Häusern und einer Kreuzung besteht. Sie hat für den Lebensmittelladen und die Pflege ihrer Mutter, die bettlägerig und pflegebedürftig ist, ihr Leben hingegeben. Ihr Geschwister haben (fast alle) mehr aus ihrem Leben gemacht.

Die hufeisenförmige Krawattennadel

Wenn ein Fremder anfängt in der eigenen Straße Erkundigungen über die Familie oder einen entfernten Verwandten einzuholen, da sollte man vorsichtig sein. Meist wird es unangenehm...

Der Buchhändler von Archangelsk

Wenn die Frau verschwindet, kann man zur Polizei gehen und den Verlust melden; oder man kann so tun, als ob nichts passiert wäre, die Frau einfach mal für kurze Zeit verreist wäre. Jonas Milk entscheidet sich für die Wegfahr-Variante und liegt schrecklich daneben. Aus der kleinen Lüge wird ein großes Drama, denn seine Frau Gina kehrt nicht zurück und die Nachbarn und Verwandten fangen an, nachzufragen. Milk hängt schon im Lügennetz.

Der Mann aus London

Ein Mann stürzt ins Wasser, er wurde hineingestoßen – die Attacke überlebt der schwer angeschlagene Mann nicht. Der Täter flüchtet. Beobachtet hat dies der Rangiermeister Maloin, der nicht auf die Idee kommt, die Polizei zu rufen, um das Gesehene zu berichten, sondern der sich ins Hafenbecken stürzt, um den Koffer zu retten. Dieser ist voller Geld und bringt dem Bahner mehr als eine Sorgenfalte und mehr als ein graues Haar.

Das Testament Donadieu

Wieder einmal La Rochelle. Diesmal steht die Familie Donadieu im Mittelpunkt des Geschehens. Der alte Donadieu ist im Hafenbecken ertrunken und hinterlässt ein Testament, welches die Kinder erfreuen dürfte, die Ehefrau des alten Reeders wurde von ihm allerdings enterbt - ein Skandal. Simenon beschreibt, wie die Familie nach und nach auseinander bricht, wie all das, was über Generationen aufgebaut wurde, von einer einzigen durchgebracht wird. Die Chronologie des Versagens einer Gemeinschaft.

Der Tod des Auguste Mature

Die Hallen, wie sie Simenon beschreibt, gibt es schon lange nicht mehr. Auguste Mature hat die Hallen gelebt - sein Tagwerk bestand darin, früh morgens in den Hallen den Bedarf für das Restaurant zu decken, die besten Preise zu machen und Kontakte zu pflegen. Im Alter wurde diese Tätigkeit von seinem Sohn Antoine übernommen, mit dem er zusammen das Restaurant führte. Er war so etwas wie der Präsident - hatte nur noch repräsentative Funktionen, lebte sich darin aus. So starb er, wie er es sich gewünscht hätte, in einem Gespräch mit Gästen in seinem Restaurant. Die Geschichte fängt da erst an: drei Brüder rangeln um das Erbe.

Zum Weißen Ross

Das »Weiße Ross« ist ein Restaurant an der Route nationale und wird gut besucht. Es lässt sich nicht vorhersagen, wie gut, aber die Besitzer leben gut davon. Es ist ein Haus, hinter dessen Kulissen es brodelt: da ist der Wirt selbst; der hinter jeder Frau hinterher rennt – sei es in die Kammer oder in den Weinkeller. Nicht zu verachten, ein wahrhaftiges Original, ist der Nachtwächter Félix: der verrichtet seine Arbeit mit einem gehörigen Abstand zum Rest der Welt und murmelt immer wieder vor sich hin, dass er noch einmal jemanden umbringt. Nicht zu vergessen: die Gäste.

Wellenschlag

Wer Geschichten mag, die nicht gut ausgehen, der ist mit diesem Roman bestens bedient. Jean lebt bei seinen beiden Tanten und ist damit beschäftigt, Haus und Hof in Gang zuhalten. Er findet immer noch ein wenig Zeit, seinen Vergnügungen nachzugehen. Kompliziert wird es erst, als einer seiner Vergnügungen neues Leben entspringt und die werdende Mutter sich an ihn wendet, um Hilfe einzufordern. Der junge Mann ist hoffnungslos überfordert und wendet sich an seine Tanten. Aus seiner Sicht war das eine clevere Idee...

Die Witwe Couderc

Die Beiden begegnen sich im Bus. Sie kommt aus der Stadt und ist stolze Besitzerin eines Brutkastens. Er kommt aus einer ganz anderen Richtung – das Gefängnis war die letzten Jahre seine Heimat gewesen. Der junge Mann ist sich nicht sicher, ob es klug ist, zurück in die Heimatstadt zu gehen. Als er sieht, dass die Witwe Couderc den Bus verlässt und sich mit dem großen Kasten abzuplagen hat, entschließt er sich, der Frau seine Hilfe anzubieten. Beim Tragen des Gerätes bleibt es nicht – Jean, aus guter und reicher Familie kommend, fängt als Knecht auf dem Hof an und wird in die Fehde der Frau mit der lieben Verwandtschaft hineingezogen.

Madame Quatre und ihre Kinder

Geschichte über das allabendliche Vergnügen einer Pensionsgesellschaft einer jungen Frau bei der Zähmung ihrer beiden Söhne zuzuschauen.

Trauer um Fonsine

Der Geschichte der Streiterei unter zwei Schwestern. Unversöhnlich stehen sie einander gegenüber und Simenon gibt einen kleinen Abriss der Geschichte.

Das Haus der sieben Mädchen

Ein Haus mit sieben Mädchen - das hat schon was, mochte sich Simenon gedacht werden. Heraus kam eine Geschichte, die den leichteren Gefilden zuzuordnen ist und von der Dramatik überhaupt nicht in das Gesamtwerk Simenons passt. Erstaunlich wie viel Humor ein Simenon-Roman haben kann.

Maigret und die widerspenstigen Zeugen

Ein Keksfabrikant wird erschossen in seinem Bett aufgefunden. Der zuständige Untersuchungsrichter geht von einem Einbruch mit tödlichen Folgen aus, Maigret, der aber zum einen der Atmosphäre in dem Haus des Keksfabrikaten wie auch der Weisheit des jungen Untersuchungsrichters mißtraut, geht von einem Verbrechen aus familieren Gründen aus. Mit einem ihm ständig im Nacken sitzendem Untersuchungsrichter versucht er, die Ermittlungen nach bewährter Art zu führen.