Die schwanzlosen Schweinchen

Als Frischverheiratete war es Germaine nicht gewohnt, von ihrem Mann sitzengelassen zu werden. Er wollte beruflich zu einem Boxkampf und meldete sich noch zweimal, dann aber war er verschollen. Germaine machte sich auf die Suche.

Über die Story


Germaine Blanc ist eine frischgebackene Ehefrau, glücklich kann man sie nennen. Jede Minute, die ihre freie Zeit hergab, verbrachte sie mit ihrem Mann Marcel.

So sind die Erfahrungen, die sie an einem Abend machen muss ganz neu für sie. Marcel ruft sie in dem Restaurant, in dem sie verabredet sind, an und teilt ihr mit, dass es ihm nicht möglich ist, zu kommen, da er noch beruflich zu einem Boxkampf gehen muss, über den er dann in der Zeitung zu berichten hat. Germaine geht daraufhin nach Hause: eine Premiere, sie hatte in der Zeit, in der sie verheiratet ist, noch keinen Abend allein zu Hause zugebracht.

Es kommen noch zwei Anrufe von Marcel, die sie etwas beruhigen, aber es ist ein komisches Gefühl, zu Hause allein rumzusitzen. Sie macht sich daran, abgerissene Knöpfe wieder anzunähen.

Es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, in Marcels Taschen zu wühlen. Sie war nicht eifersüchtig. Vielleicht würde sie es sogar niemals werden, so ein großes Vertrauen hatte sie in ihn und vor allem in sein zärtliches, jungenhaftes Lächeln.
Der Gegenstand war hart und fühlte sich nicht so an wie die Dinge, die man gewöhnlich in die Tasche steckt. Ohne Neugier, eher aus Ordnungssinn zog sie es heraus.
Und als sie nun das Seidenpapier ablöste und den Gegenstand auspackte, erstarrte sie. Während eines langen Augenblicks saß sie wie gelähmt da und sah entsetzt auf ein rosiges kleines Porzellanschwein.

Es war ein besonderes Porzellanschwein, muss man dazu sagen, es hatte – wie der Titel der Erzählung schon andeutete – kein Schwänzchen, was für ein solches Stück schon bemerkenswert war. Germain wusste allerdings sofort, von wem dieses Schweinchen kam und was es zu bedeuten hatte. Diese Schweinchen gab es nur bei ihrem Vater und da dieser nicht wusste, dass sie sich mit Marcel verheiratet hat, ihn als Schwiegersohn nicht kannte, musste sie Schlimmstes befürchten.

Die Schweinchen kaufte man bei ihm, um zu zeigen, dass man ein Eingeweihter war. Als Eingeweihter bekam man von Germaines Vater Jobs, die abseits der Legalität waren. So ein Schweinchen hatte ihr Marcel in der Tasche und er kam jetzt nicht nach Hause. Die Ängste werden natürlich nicht kleiner, denn die Zeit schreitet voran und Marcel meldet sich nicht mehr.

Deutschsprachige Ausgaben

Eine Ausgabe

1985

Die schwanzlosen Schweinchen
in »Die schwanzlosen Schweinchen«
Diogenes (detebe 21284)
Übersetzung: Linde Birk

Cinema & TV

Maigret: Les petits cochons sans queue
2004 - Frankreich
ein Film von Charles Nemes
produziert von Caroline Lassa, Ève Vercel
mit Bruno Cremer [Kommissar Jules Maigret]

Hörspiele & -bücher

Für dieses Werk liegen keine Informationen über Hörspiel- oder -buch-Bearbeitungen vor.