Lüttich als Reiseziel zu verargumentieren, fällt Simenon-Enthusiasten oft nicht leicht. Die Reize der Stadt entblättern sich erst, wenn genauer hingeschaut wird. Der erste Blick fällt jedoch allzu oft auf die Betonsünden der Siebziger und wenn das mit trübem Wetter zusammenfällt, kann das für den initialen Eindruck ungünstig sein. Deshalb hier ein paar persönliche Tipps.
Der Schweizer Journalist Stefan Zweifel beschreibt, wie ihn ein zufälliger Griff zu Simenons »Das blaue Zimmer« im Ferienhaus zum Dauerlektüre-Fall machte – und wie die Neuübersetzungen des Kampa Verlags die alte Sucht neu entfacht haben. Besonders schön daran: Die Beobachtung, dass sich Simenons Atmosphären an eigene Orte und Augenblicke heften und dort bleiben.
Hin und wieder wird mir gesagt, ich sei fies. Meist dann, wenn ich nicht an mich halten konnte und den Finger in eine klaffende Wunde steckte. Dabei drehe ich selbigen und kann als mildernden Umstand nur anführen, dass ich kurze, gepflegte Fingernägel habe. Also, Lüttich: Sprechen wir über André-Modeste Grétry und Georges Simenon – und wer von den beiden ein Museum hat.