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In »Maigret bei den Flamen« kann man es ein wenig nachvollziehen, diese ewige Rivalität zwischen den Flamen und den Wallonen. Simenon selbst, Wallone, sah die Angelegenheit sehr nüchtern und dürfte thematisierte sie als Journalist in den zwanziger Jahren.
Nun geht hier nicht um Simenon selbst, sondern um Belgien. Belgier scheint es nur zu geben, wenn es um Fußball geht. Sonst wird geschaut, wo man seinen eigenen Vorteil sichern kann. Die Flamen sind beispielsweise der Meinung, dass sie den wallonischen Landesteil zu sehr alimentieren und möchten das Geld, was in den französischsprachigen Teil Belgiens fließt, lieber bei sich investiert sehen. Eine ähnliche Diskussion hat man hierzulande zwischen Süden und Norden auch immer wieder. Allerdings kann man in Deutschland die Sprache noch als verbindendes Element betrachten - vom Fußball mal ganz abgesehen.
Sollten die Flamen wirklich ihre Unabhängigkeit beschließen, sind die meisten Wallonen dafür, dass man sich Frankreich anschließt. Frankreich würde den Teil sicher mit Kusshand nehmen, schließlich ist das auch eine Erweiterung des Einflussgebietes. Jürg Altwegg gibt allerdings einen Punkt zu bedenken, an dem auch Simenon ins Spiel kommt:
Allerdings wissen die Wallonen sehr genau, wie das zentralistische Frankreich mit seinen sprachlichen Minderheiten umging. Und sie ärgern sich über die Arroganz des kulturellen Mutterlands, das ihre Künstler und Schriftsteller – Georges Simenon, Jacques Brel, Hergé – systematisch annektiert. Bis zum Aufkommen der Blondinen waren die Belgier die Witzfiguren der Franzosen.
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Maigret bei den Flamen
Maigret wird in Paris von einer jungen Flämin aufgesucht, die ihn bittet, sie zu begleiten, da ihre Familie zu Unrecht eines Mordes verdächtigt werde. In dem Städtchen an der französisch-belgischen Grenze angekommen, muß sich Maigret mit den Vorurteilen der Franzosen gegenüber den Flamen und den vorhandenen Indizien gegen die Familie auseinandersetzen.