Die 1930er-Jahre waren ein erstaunliches Jahrzehnt für Simenon. Er konnte die »Produktion« an Texten herunterfahren, war aber immer noch erstaunlich produktiv. Gemessen an dem Rest der Schriftsteller:innen-Welt war er das die Jahrzehnte danach immer noch. Die Qualität nahm zu, aber nur knapp die Hälfte der Geschichten finden sich im oberen Bereich der Qualitätsskala. Als Schriftsteller ist er in diese Dekade noch in seiner Findungsphase.
Dieses Wort »komisch« ist komisch, weil es für ganz unterschiedliche Sachen steht. Hier ist die Bedeutung nicht »lustig«, sondern beschreibt Menschen, deren Motivation sich nicht erschließt. Eine Überlegung war, sie »böse« zu nennen. Aber was ist schon böse? Gerade dann, wenn man so viel Hilflosigkeit, Einsamkeit, Trostlosigkeit sieht – und keinen Lichtblick am Horizont?
Vielleicht ist es ein Fehler, ein Mädchen, welches in der Stadt großgeworden ist, in einer bürgerlichen Umgebung, auf das Land zu schicken. Es kennt das Leben dort nicht, und bringt mit seinen städtischen Gewohnheiten allerhand durcheinander. Edmée ist da keine Ausnahme. Nach dem Tod ihres Vaters wird sie zu ihrem Onkel geschickt; als sie dort ankommt - in der tiefsten Provinz, versteht sich erfährt sie, dass ihr Onkel gestorben ist. Sie ist vom Regen in die Traufe geraten. Edmée hegt keinerlei Ambitionen, sich in das Leben einzufügen - Auflehnung ist ihr Lebensmotto.