Ein junger Seemann gerät in ein Netz aus Täuschung und Verbrechen: Der zwanzigjährige Jean Monnet dient stolz auf der Bretagne, einem der beeindruckendsten Schiffe der französischen Marine. Doch als sein Weihnachtsurlaub enttäuschend endet, trifft er im Zug zurück eine mysteriöse Frau, die ihm eine heikle Aufgabe übergibt. Unwissend, dass der Zug Schauplatz eines Mordes geworden ist, findet sich Jean plötzlich zwischen Herzklopfen und Handschellen wieder. Der legendäre Kommissar Maigret ist auf der Jagd, und Jeans Unschuld steht auf dem Spiel, während er versucht, sein Herz und seinen Kopf aus den Fängen des Gesetzes zu befreien. Ein spannungsgeladener Ausflug in die Abgründe eines Verbrechens und die Irrungen der Liebe!
Bisher konnte man die Frage »Welchen Maigret soll ich zuerst lesen?« gefahrlos mit »Alle – vielleicht nicht den ersten und den letzten aus der Reihe. Ach egal, alle.« beantworten. Mit der Veröffentlichung von »Maigret im Nachtzug« wird sich das ändern – und das liegt nicht einmal an der Geschichte selbst, die uns Simenon erzählt. Vielmehr halte ich den gewählten Buchtitel für problematisch.
Maigret ist Teil der mobilen Brigade, und als Assistent wurde ihm der allseits bekannte Torrence zugeteilt. In dieser Geschichte befinden wir uns in Marseille. Es ist Winter und kalt, sogar Schnee fällt – etwas, das man als Nordlicht kaum mit dieser Stadt verbindet – nicht mit mediterranem Flair. Im zweiten Teil des Buches wird es spannend, und der folgende Text enthält latente Spoiler-Gefahr.
Wäre alles nach Plan gelaufen, dann hielten wir die »Nachtzug«-Geschichte um Kommissar Maigret schon vier Monate in unseren Händen und wir hätten sie vermutlich ein zweites Mal gelesen. Durchaus auch möglich, dass wir enttäuscht wären, wenn die Intention des Lesens nicht Neugierde wäre. Dann sollte es September sein, nun November. Solang möchte ich nicht mehr warten ...
Weiß schon gar nicht mehr, wie ich die in der letzten Zeit immer wieder zu vermeldenden Verschiebungen einleiten soll. Gefühlt habe ich schon jede Variante ausprobiert. Bis auf die für den Herbst angekündigten Romans Durs-Titel haben sich die Erscheindaten für jeden anderen Titel, der von Kampa angekündigt wurde, wieder geändert. Spaß sieht anders aus.
Die Freunde der Reportagen, siehe vorherige Meldung, dürfen sich freuen, dass der Band »Vom Wasser aus« zwei Tage eher – also am 10. Juni – erscheinen wird. Weniger Euphorie wird dagegen wohl folgende Nachricht entgegengebracht: Die deutsche Erstausgabe von »Maigret im Nachtzug« erscheint nicht in diesem Monat, sondern erst am 16. September diesen Jahres.
Da gibt es doch nichts zu sagen: Irgendwann erfand Simenon Maigret und dann entwickelte sich der Kosmos. Neue Figuren kamen von Zeit zu Zeit dazu und bevölkerten die Welt um den Kommissar, und damit die der Leserinnen und Leser. Pustekuchen! So leicht ist es dann doch nicht, und irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass Simenon diese Welt behutsam und vorsichtig entwickelte.