Die 1930er-Jahre waren ein erstaunliches Jahrzehnt für Simenon. Er konnte die »Produktion« an Texten herunterfahren, war aber immer noch erstaunlich produktiv. Gemessen an dem Rest der Schriftsteller:innen-Welt war er das die Jahrzehnte danach immer noch. Die Qualität nahm zu, aber nur knapp die Hälfte der Geschichten finden sich im oberen Bereich der Qualitätsskala. Als Schriftsteller ist er in diese Dekade noch in seiner Findungsphase.
Der Wucherer spielt nicht die Hauptrolle. Ein Arzt ist der Hauptakteur. Aber der wuchert auch nicht. Weder mit Geld noch mit Lebensfreude. Er erzählt, wie er damals von seinen Eltern zu seiner Tante kam, die ihm das Studium finanzierte und machte sich Gedanken darüber, was denn wohl dem Onkel passiert ist, der eines Tages verschwand und den man als Wucherer bezeichnen konnte.