Pyke oder Pike?


Nachdem der ehemals große Bertelsmann-Club begraben worden war, war ich davon ausgegangen, dass auch andere Buchklubs nicht mehr existieren würden. Gar nicht wahr, wie sich heute zeigte. In den sechziger Jahren war die Büchergilde Lizenznehmer von Simenon-Ausgaben und eine solche hat mir heute bei einer Frage, die mich ein wenig unrund machte, Antwort gebracht. Pyke oder Pike, das war die Frage...

Bevor ich darauf zurückkomme, aber noch eine Anmerkung zur Büchergilde. Die Ausgabe, in die ich bisher nie hineingeschaut habe, da ich sie vermutlich aus einem Nachlass übernommen habe, überraschte mich mit Illustrationen (wie oben abgebildet) in den Buch. Drei Romane sind in dem Buch zu finden und vor jedem Roman findet sich eine Illustration.

Im Impressum wird nur angegeben, dass der Einband und Schutzumschlag von Gerhard Oberländer gestaltet worden sind. Meine Ausgabe hat keinen Schutzumschlag mehr, der blaue Einband wurde aber auch mit einer Illustration versehen. Für die Illustrationen im Buch selbst wurde keine Information angegeben, aber man kann wohl davon ausgehen, dass diese auch von Gerhard Oberländer stammen. Oberländer arbeitete nach seinem Studium als Illustrator für die Büchergilde Gutenberg. Dann kam der Krieg und nach dem Krieg war er sieben Jahre als freier Maler tätig, bevor er 1952 wieder seine Arbeit als Buchillustrator für die Büchergilde aufnahm. Er gestaltete für die Büchergilde mehr als 40 Bücher und 100 Einbände.

Zur Ausgangsfrage

​Bevor ich mich von der Illustration in dem Buch ablenken ließ, beschäftigte mich jedoch eine andere Frage. Beim Durchblättern einer Diogenes-Ausgabe von »Maigret erlebt eine Niederlage«, fiel mir folgender Satz auf:

Inspektor Pike von Scotland Yard, den Maigret gut kannte, rief jeden Morgen aus London an.

Nur war ganz so, als hätte ich den Inspektor immer als »Pyke« geschrieben. Wäre ja ein blöder Fehler, wenn ich das über die Jahre immer falsch gemacht hätte. Also habe ich kurz in die anderen Diogenes-Ausgaben hineingeschaut, die ich hatte. Da stand bei den »Niederlage«-Ausgaben immer Pike, bei anderen Büchern[MFM][MSR] aber Pyke.

Nun interessierte mich natürlich noch, ob Simenon selbst den Scotland Yard-Mitarbeiter unterschiedlich geschrieben hat. Bei der Suche nach einer Ausgabe, in der ich das nachschlagen hätte können, fiel mir auf, dass ich nur diese Ausgabe hatte. Insofern ist es wohl eine über Jahre durchgeschleppter Fehler der Übersetzung oder – natürlich auch möglich – ein Satzfehler.

Aber immerhin habe ich so mal ein Blick in dieses Buch geworfen und die Illustrationen entdeckt.

Apropos Impressum

Was das Impressum angeht, hätte ich auch noch eine kleine Anmerkung zu machen: Es wird zwar erwähnt, dass das Buch mit der Genehmigung von Georges Simenon und Kiepenheuer & Witsch erscheint, als Schrift die Borgis Garamond von Linotype gewählt (Schriftschnitt Buch) und als Papier »80 g holzfrei Werkdruckpapier« genutzt worden ist. Allerdings werden die Übersetzer mit keiner Silbe erwähnt.