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Ein offenes Fenster

Es war fünf Minuten vor zwölf. Vor dem Haus 116a in der Rue Montmartre direkt an der Kreuzung Rue de Jeûneurs standen drei Männer.
»Gehen wir rein?«
»Erst trinken wir noch was, dann gehen wir rein.«
Sie nahmen einen Aperitif an der Theke gegenüber, schlugen ihren Mantelkragen hoch, steckten die Hände in die Taschen, denn es war kalt. Sie gingen über den Hof des Gebäudes, suchten die Treppe C, fanden sie schließlich und stiegen in den zweiten Stock hinauf. An jeder Tür dieses weitläufigen Hauses befanden sich Schilder aus Emaille oder Kupfer: hier ein Fabrikant für künstliche Blumen, dort eine Filmgesellschaft.
Im zweiten Stock, am Ende eines dunklen Ganges, stand Le Commerce Français auf dem Schild.

Abbildungen zu »Ein offenes Fenster« (insgesamt: 1)
Maigret und Stan der Killer - Diogenes - 1989 - detebe 21741

Diese Firma ist Ziel von Wachtmeister Lucas und seinen Kollegen. Ihre Aufgabe: die Verhaftung von Oscar Laget. Der Haftbefehl ist ausgestellt worden von der Finanzabteilung der Staatsanwaltschaft. Man wirft Laget kein großartiges Verbrechen vor, kein Mord, kein Totschlag, keinen Raub. Mit dem Raub, das stimmt nicht ganz. Er verprellt ganz gern seine Gläubiger, die ihr einmal investiertes Geld in den seltensten Fällen wiedersehen. Es sei denn als Lagets Eigentum in Form von Villen oder Autos.

Der Wachtmeister trifft Laget nicht an, und kündigt dem Bürodiener an, um vier Uhr nachmittags wiederzukommen, um die Verhaftung Lagets vorzunehmen. Scheint nichts ungewöhnliches für den Bürodiener zu sein, der weiter damit fortfährt, Briefe mit Anschriften und Marken zu versehen.

Um vier Uhr ist der Wachtmeister verhindert, er wird zu einer Messerstecherei zwischen Algeriern gerufen. Maigret übernimmt die Verhaftung. Als er um kurz vor vier Uhr eintrifft, warten schon eine Reihe von Gläubigern im Vorzimmer beim Bürodiener. Um Punkt vier Uhr hören sie einen Knall im Büro, Maigret stürzt hinein und findet Laget tot im Sessel sitzend vor. Hinter dem Vorhang wartet eine Frau.

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fakten Fakten

Originaltitel:

La fenêtre ouverte

Entstehungsjahr:

1936 (Oktober)

Erscheinungsjahr:

1944

Entstehungsort:

Neuilly-sur-Seine

Verlag:

Gallimard

cinema und tv Cinema & TV

Maigret et la fenêtre ouverte
2001 - Frankreich
ein Film von Pierre Granier-Deferre
mit Bruno Cremer [Maigret]

verschlagwortet Verschlagwortet

 

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Es war fünf Minuten vor zwölf. Vor dem Haus 116a in der Rue Montmartre direkt an der Kreuzung Rue de Jeûneurs standen drei Männer.
»Gehen wir rein?«
»Erst trinken wir noch was, dann gehen wir rein.«
Sie nahmen einen Aperitif an der Theke gegenüber, schlugen ihren Mantelkragen hoch, steckten die Hände in die Taschen, denn es war kalt. Sie gingen über den Hof des Gebäudes, suchten die Treppe C, fanden sie schließlich und stiegen in den zweiten Stock hinauf. An jeder Tür dieses weitläufigen Hauses befanden sich Schilder aus Emaille oder Kupfer: hier ein Fabrikant für künstliche Blumen, dort eine Filmgesellschaft.
Im zweiten Stock, am Ende eines dunklen Ganges, stand Le Commerce Français auf dem Schild.

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4 Ausgaben - erste Ausgabe: 1976 - letzte Ausgabe: 2009

Kein Cover vorhanden

1976

Das offene Fenster
in »Neues von Maigret«
Kiepenheuer & Witsch
Übersetzung: Barbara Klau-Wille

Kein Cover vorhanden

1977

Das offene Fenster
in »Neues von Maigret«
Ex Libris, Zürich
Übersetzung: Barbara Klau-Wille

Ein offenes Fenster / Diogenes

1989

Ein offenes Fenster
in »Maigret und Stan der Killer«
Diogenes (detebe 21741)
Übersetzung: Inge Giese

Kein Cover vorhanden

2009

Ein offenes Fenster
in »Sämtliche Maigret-Geschichten«
Diogenes
Übersetzung: Inge Giese