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Die Spieler vom »Grand-Café«

Es hatte im Winter begonnen. Wenn es dunkel wurde, wusste Maigret nichts mehr mit sich anzufangen. Einen Monat hatte er sich noch damit unterhalten, an den Knöpfen seines Radios rumzudrehen, seine drei Zeitungen hatte er in weniger als einer halben Stunde ausgelesen. Dann verließ er das Esszimmer, in dem er sich gewöhnlich aufhielt, und machte einen Gang in die Küche.

Maigret langweilt sich zu Tode. Seine Frau, die versteht, sich den ganzen Tag in der Küche »zu unterhalten«, wird von dem Unruhe Maigrets angesteckt. Welche Frau mag es schon, wenn Ihr Gatte die ganze Zeit in der Küche um sie herumstreicht, wortkarg und Töpfe ausleckend? (Letzteres ist eine Unterstellung…) Seit der Winter angebrochen war, war nichts mehr im Garten zu tun, Angeln war auch nicht möglich. So schlägt seine Madame Maigret vor, er solle doch in den Ort gehen und in dem Café Karten spielen. Unwillig macht er sich auf den Weg.

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Maigret und Stan der Killer -

Trotzdem empfand er es in seinem Inneren als eine Niederlage, als er sich eines Tages auf die hartnäckigen Bitten seiner Frau am Spieltisch niederließ und wie ein Neuling fragte:
»Wie hoch ist der Einsatz?«
»Die Zeche, wie immer, aber Sie sind sicher so gerissen, dass Ihr Portemonnaie nicht überstrapaziert wird.«
Er hatte eigentlich vorgehabt, nur gelegentlich auf ein Spielchen hereinzuschauen. Aber am nächsten Tag schickten sie ihm einen Jungen vorbei und ließen ihm ausrichten, sie erwarten ihn.

Maigret wird Teil der Runde im »Grand-Café«. Er lernt die Stützen der Stadt kennen: den Bürgermeister, den Tankstellenbesitzer, den Fleischer und den Wirt. Ihm bleiben nicht die Probleme in den Ehen des Wirtes und des Fleischers verborgen. Die Eifersüchteleien zwischen dem Fleischer und den Wirt, was die Bedienung in dem Café – Angele – angeht. Er wird ein Bestandteil der Runde. Jeden Tag macht er sich auf den Weg zum Café, um zehn vor fünf geht er aus dem Haus, um kurz vor fünf in das Café zu gehen. Es wird nur gespielt, wenig geredet. Maigret gehört nicht zu den Siegern beim Kartenspiel, er muss sehr oft die Zeche zahlen.

Bis zu dem Tag, als ein Mitglied der Runde umgebracht wird. Und was tut Maigret? Er greift nicht ein, kümmert sich nicht um die Ermittlungen. Alle Informationen, die man an ihn heranträgt, ignoriert er. Alle Bekenntnisse und Beichten, die Dorfbewohner ihm vortragen, weist er zurück. Er verkracht sich aufgrund seiner Gleichgültigkeit in diesem Fall sogar mit seiner Frau. Warum dieses Desinteresse Maigrets?

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fakten Fakten

Originaltitel:

Ceux du Grand Café

Entstehungsjahr:

1938 (Winter 1937/38)

Erscheinungsjahr:

1944

Entstehungsort:

Porquerolles

Verlag:

Gallimard

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Es hatte im Winter begonnen. Wenn es dunkel wurde, wusste Maigret nichts mehr mit sich anzufangen. Einen Monat hatte er sich noch damit unterhalten, an den Knöpfen seines Radios herumzudrehen, seine drei Zeitungen hatte er in weniger als einer halben Stunde ausgelesen. Dann verließ er das Esszimmer, in dem er sich gewöhnlich aufhielt, und machte einen Gang in die Küche.
»Bist du noch immer nicht fertig?« fragte er seine Frau. »Was machst du bloß die ganze Zeit?«
Er ging wieder ins Esszimmer, dann erneut in die Küche. Er konnte nicht begreifen, wie eine Frau sich den ganzen Tag in der Küche beschäftigen konnte, bis endlich Madame Maigret eines Tages die Geduld ausging und sie ihm erklärte:
»Du weißt wohl nicht recht, wohin mit dir? Warum gehst du nicht zum Kartenspielen mit den Leuten vom Grand-Café?«

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2 Ausgaben - erste Ausgabe: 1989 - letzte Ausgabe: 2009

Die Spieler vom »Grand-Café« / Diogenes

1989

Die Spieler vom »Grand-Café«
in »Maigret und Stan der Killer«
Diogenes (detebe 21741)
Übersetzung: Inge Giese

Kein Cover vorhanden

2009

Die Spieler vom ›Grand-Café‹
in »Sämtliche Maigret-Geschichten«
Diogenes
Übersetzung: Inge Giese