Mag sein, dass es eine steile These ist: Der Band »Simenon – Écrivain Photographe« von Freddy Bonmariage ist aktuell der zuletzt erschienene Titel mit Simenons-Reportage-Bildern. Und er ist in der hier beschriebenen Reihe von Büchern auch der, der als der gelungenste gelten kann. Gern gebe ich preis, warum ich mich für den 2006 erschienenen Titel begeistern kann.
Allseits bekannt dürfte sein, dass es in der Vergangenheit Ausstellungen mit Fotografien von Simenon gegeben hat. Über die Jahre haben sich auch ein paar Bildbände dazugesellt, die seine Fotos beinhalten. Die meisten Betrachter:innen dürften Bezüge zum literarischen Werk hergestellt haben. Aber wie sieht ein Profi die Bilder des Schriftstellers? In dem Band finden sich Antworten.
Leider habe ich nur eine vage Vermutung: Ich habe mir die Zeitschrift gekauft, weil ich den Namen Germaine Krull gelesen hatte und beim Durchblättern festgestellt, dass ihre Beiträge zu dieser Zeitschrift im besten Fall mit »vorhanden« beschrieben werden könnten. Ich fand nur eine Fotografie von einer Kreuzung in dem Heft, die ich der Künstlerin zuordnen konnte. Oder ich suchte etwas anderes in der Zeitschrift.
Nennen wir es mal eine Vermutung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Rowan Atkinson es als Maigret-Darsteller auf vier Seiten in eine aktuelle »Bravo« schafft, ist sehr gering. Die Wette würde ich auch für drei seiner Vorgänger halten: Weder Bruno Cremer noch Michael Gambon noch Jean Richard wurde eine solche Ehre zuteil. Das hat nur Rupert Davies geschafft. Danach ebbte das große jugendliche Interesse an Maigret schnell ab.
Schon vor längerer Zeit wurde Simenon als Fotograf entdeckt. Seinen Aufnahmen, die hauptsächlich auf Reisen in den 30er Jahren entstanden, waren schon mehrere Bücher und eine Ausstellung in Paris gewidmet. Nun wurde im November ein neuer Titel mit Aufnahmen Simenons veröffentlicht.