Eine Klärung

Was hat es denn damit auf sich, wird sich so mancher fragen. Damit werden die Werke Simenons bezeichnet, in denen Kommissar Maigret keine Rolle spielt. Eine andere Name für diesen Teil des Werkes lautet »Non Maigret«.

Roman dur?

Für viele Leser besteht das Werk Simenons leider nur aus seinen Maigret-Geschichten. Dabei gibt es auch in der literarischen Welt, die Simenon Roman dur nannte, sehr viel zu entdecken.

Frauengeschichten

Sind die Non-Maigrets von Simenon reine Männergeschichten? Auf den ersten Blick schon, so dass sich ein zweiter Blick auf prägnante Gestalten auf die Geschichten und Simenons Frauenbild geworfen werden soll.

In fernen Ländern

Simenon war Weltreisender, davon legen einige Bildbände auch beeindruckend Zeugnis ab. Die Reisen hinterließen auch Spuren in dem Werk von Georges Simenon, wir folgen den Spuren.

Seit so langer Zeit war er auf eine Katastrophe gefasst – er wusste sogar, dass sie unweigerlich zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt eintreten würde –, dass er keineswegs Entsetzen, ja nicht einmal Überraschung empfand. Das einzige, was ihn doch ein wenig befremdete, war die Tatsache, dass er sich ungemein verwickelte Begebenheiten ausgemalt hatte und ihm jetzt nur ein ganz gewöhnlicher Unfall zustieß, wie man ihn tagtäglich unter der Rubrik »Lokalnachrichten« in den Zeitungen zu lesen bekommt.

»Der Rückfall«

Vom Buch zum Film

Das ist eine Simenon-Vorlage?

Wird irgendwo eingebrochen und alles mitgenommen, was irgendwie transportierbar ist, dann spricht man davon, dass alles mitgenommen wurde, was nicht niet- und nagelfest war. Diesen Eindruck kann man auch bekommen, wenn man sich die Liste der Non-Maigret-Romane anschaut. Es ist so, als wäre von Simenon alles verfilmt worden, was nicht niet- und nagelfest gewesen ist. Das bis in die 80er Jahre hinein, dann wurde es ruhiger. Hier eine Auswahl von bekannten Filmen, deren Story auf Simenon-Ideen beruht.

Monsieur Hire - Szene

»Die Verlobung des Monsieur Hire«

Michel Blanc glänzt in diesem Film in seiner Rolle als Außenseiter. Dieser Roman wurde unter dem Titel »Panik« schon vierzig Jahre vorher mit Michel Simon verfilmt, der geringfügig bessere Bewertungen bekommen hat. Während man den jüngeren Kandidaten problemlos erwerben kann, findet man von Michel-Simon-Film keine Spuren im Handel und auch im Fernsehen war er in den letzten Jahren nicht zu sehen. Mehr über das Buch gibt es hier zu lesen.

»Die Katze«

Die Vorlage für diesen Film stammt aus dem Spätwerk Simenons. Keine fünf Jahre nach seinem Erscheinen wurde der Roman erstmals verfilmt. In der Hauptrolle waren Simone Signoret und Jean Gabin zu sehen. Das Filmlexikon von Zweitausendeins urteilt über den Film: »Gut gespielt, doch zu emotional; ein Film, der Mitleid weckt, statt Reflexion zu provozieren.« Die zweite Verfilmung für die ARD, die im Jahr 2008 ausgestrahlt wurde, wird folgendermaßen beurteilt: »Bedrückende Studie zweier einsamer Menschen, die unfähig sind, miteinander den Alltag zu gestalten, im Rahmen einer schwerfälligen (Fernseh-)Neuverfilmung des Romans von Georges Simenon, die vom brillanten Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller profitiert.« Wenn man sich nicht sicher ist, ob man das als Film sehen möchte, der kann sich noch das Buch schnappen.

Le chat - Szene
Die Fantome des Hutmachers - Szene

»Die Fantome des Hutmachers«

Auch die Verfilmung dieses Romans, die Simenon übrigens auch in zwei Kurzgeschichten verarbeitete, gehört wohl zu den Klassikern. Der Film von Claude Chabrol wurde mit Charles Aznavour und Michel Serrault verfilmt. Sehr schade ist, dass man diesen Film lange Zeit weder im Fernsehen zu sehen bekam noch, dass er auf DVD zu erhalten ist. Bleibt noch das Buch, welches in der letzten Simenon-Editon von Diogenes erschien.