Simenon Cinéma


Die Veröffentlichung dieses Buch zum Simenon-Jahr 2003 war sicher einer der Höhepunkte. Auf 350 Seiten finden sich Filmplakate und Ausschnitte aus Filmplakaten auf Simenon-Verfilmungen. Dazu eine interessante Typographie - ein Buch, in das man immer wieder gerne schaut.

Man musste sich zu diesem Kauf allerdings erst einmal überwinden. Schließlich sind 52 Euro kein Pappenstiel. Allerdings ist das Buch mittlerweile (2009) neu gar nicht mehr zu haben und man muss sich mit gebrauchten Exemplaren zufrieden geben. Die kosten dafür aber noch nicht einmal die Hälfte von dem, was das Buch einmal als Original gekostet hatte.

Gebraucht macht allerdings auch etwas skeptisch und das hat folgenden Grund: Die Bindung des Buches ist mutig zu nennen. Wenn man sagt, dass das Buch 350 Seiten hat, dann hört sich das nicht sonderlich dick an, allerdings ist es trotzdem ein ziemlicher Wälzer, denn das Papier ist recht kräftig, mit einer Tendenz zu Karton. Da kommt die Bindung schon ins schwitzen und auf den ersten Seiten kann auf sie durchblicken. Das trübt den Eindruck des Buches erheblich und für den Neuverkaufspreis hätte man durchaus anderes erwarten können.

Das Buch beginnt den Einleitungen der Autoren, bevor es mit den Plakaten weitergeht. Zwischen diesen beiden steht aber noch das Inhaltsverzeichnis, das ich mal besonders hervorheben möchte, da mir die Idee sehr gut gefallen hat. Die Schriftzüge entsprechen dem der Filme und das ist entweder eine Masse Arbeit, um die Schriften herauszufinden und nachzusetzen (was ich mir nicht vorstellen kann) oder das so zu retuschieren, dass es auch anständig aussieht. An der Seite bin ich wirklich hängen geblieben.

Beim Durchblättern sollte man deshalb nicht nur einen Blick auf die Zeichnungen werfen, später werden es ja mehr und mehr Fotografien, sondern auch auf die Schrift.

Zu der Darstellung der einzelnen Filmplakate sei noch ergänzt, dass die Autoren hin und wieder sich des Kunstgriffs bedienten und ein Detail eines Filmplakats auf einer eigenen Seite darstellte. Dieser Effekt kommt manchmal wirklich gut an, hin und wieder fragt man sich aber auch, was an dem Detail beachtenswertes wäre. Nennen wir es eine Spielerei.

Abgeschlossen wird das Buch durch eine illustrierte Biblio- und Filmographie, auch diese wieder schön präsentiert.

Dieses Buch, erschienen in der Reihe »textuel«, lohnt sich. Man muss es wie ein rohes Ei behandeln, denn der Einband ... ich erwähnte es, aber man hält einen wahren Schatz in den Händen, denn am Inhalt kann man nichts bemäkeln. Ach ja, so viel Text ist nicht. Der Text, der vorhanden ist, ist französisch und wer das Buch kaufen möchte, muss sich in Frankreich und Belgien umsehen.