Rupert Davies


CINEMA zählte neunzehn verschiedene Maigret-Darsteller. Nur Wenige schafften es, sich in das kollektive Gedächtnis so einzubrennen, wie Rupert Davies. In den Sechzigern waren seine Maigrets Straßenfeger in England und Deutschland.

Der Mann, der in den Sechzigern für die Deutschen Maigret war, wurde am 22. Mai 1916 in Liverpool geboren.

Man kann nicht sagen, dass er zum Schauspieler geboren war. Erst einmal verdingte er sich bei der britischen Handelmarine. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wechselte er die Seiten, was allerdings nicht horizontal sondern vertitkal zu verstehen ist: Nicht bei der Marine diente er, sondern er ging als Leutnant zur Royal Air Force. Schon recht früh geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und wurde in einem Kriegsgefangenen-Lager interniert.

So paradox es klingt: Der Abschuss und die Gefangenschaft markierten den Beginn seiner Karriere als Schauspieler, denn als Kriegsgefangener arbeitete er an Theateraufführungen mit.

Sein erster Auftritt auf der Leinwand erfolgte 1949. Danach erfolgte eine längere Durststrecke, zumindeste was Auftritte vor der Kamera anging.

In der Tat waren seine Auftritte als Maigret in der BBC-Serie, die zwischen 1960 und 1963 gedreht wurden, und die alsbald auch in Deutschland gezeigt wurden, Höhepunkt seiner beruflichen Karriere. Er soll die Rolle aufgegeben haben, da er befürchtete, zu sehr auf die Rolle des Maigret festgelegt zu werden.

Rupert Davies starb am 22. November 1976 im Alter von 60 Jahren an Krebs.

Die Spur führte nach St. Pauli
Wenn sich der Schauspieler Rupert Davies in den sechziger Jahren auf den Weg nach Deutschland machte, dann war ihm die Medienaufmerksamkeit gewiss. So auch bei seinem Besuch 1965 in Hamburg, bei dem er von Reportern des HÖRZU begleitet wurde. Der britische Maigret auf St. Pauli – das gab eine Story.