Finger weg!


Um bestimmte Romane sollte man anfangs einen großen Bogen machen, da sie aus den unterschiedlichsten Gründen schwere Kost darstellen. Diese (subjektive) Negativ-Liste soll ein wenig Orientierung geben.

Bei den Maigrets gibt es wenige Romane, mit denen man am Anfang einen Fehlgriff machen kann. Bei den Non-Maigrets sieht es leider ein wenig anders aus. Greift man hier zum falschen Roman, verleidet das einem Simenon bis zum jüngsten Tag. Hier eine Reihe von Romanen, die nicht in jedem Fall schlecht sind, die man anfangs aber vielleicht meiden sollte.

Der große Bob
Weder die Geschichte noch die Protagonisten können den Leser für sich gewinnen. Das einzige Faszinierende sind die Schilderungen von den gemeinsamen Wochenende, wenn sich Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten in den Vororten von Paris zusammentun. Ansonsten tut sich große Langeweile auf. Nein, bitte dieses Buch nicht als Erstes lesen.

Die letzten Tage eines armen Mannes
Was habe ich bei dem Lesen dieses Buches gelitten. Unaufhaltsam macht sich ein unsympathischer Typ, der seine Frau auf deren Totenbett noch belügt, daran, sein Leben zu zerstören. Ganz ehrlich: Ich habe drei, vier Anläufe benötigt, bevor ich dieses Buch durchgelesen hatte. Wenn man etwas zarterer Natur ist, was Schicksale dieser Art angeht, sollte von dem Buch erst einmal die Finger lassen. Handwerklich ist an dem Roman überhaupt nichts auszusetzen, sonst täte einen die Geschichte ja nicht so mitnehmen.

Der Neger
Ein Buch, das man liest, weil man alles von Simenon lesen will. Nimmt man es als Einstieg, so dürfte einem schnell langweilig werden - trotz der interessanten Grundidee, einen Fremden in der nordfranzösischen Einöde sterben zu lassen.